Auf den Spuren eines Familiennamens
Im südlichen Emsland tragen viele Menschen den Familiennamen Focks. Doch woher kommt dieser Name? Hat er vielleicht etwas mit dem gleichlautenden englischen Ausdruck fox für den Fuchs zu tun? Dieser heißt im Niederdeutschen allerdings Voss und er stand ebenfalls sehr häufig Pate für den Familiennamen Voß – sei es wegen der Schlauheit des Trägers oder dessen rotblonder Haarfarbe.

Verbreitung des Namens Focks in Deutschland.
Das auslautende s im Namen Focks zeigt an, dass hier ein Rufname im Wessenfall (Genitiv) vorliegt, wie in Peters (zu Peter), Adams (zu Adam), Jakobs zu (Jakob). Der Rufname Fock klingt heute zwar ungewöhnlich und man würde sein Kind vermutlich kaum noch so nennen. Im Mittelalter ist der Vorname aber nachweisbar und vor allem im friesischen Raum beliebt. Es handelt sich um eine Variante zum Rufnamen Volk. Durch Angleichung (Assimilation) wurde aus dem lk ein ck. Die Rufnamenkurzform Volk ist heute ebenfalls ungewöhnlich. Wir kennen vielmehr die zusammengesetzten Vollformen wie Volker (< Volkher) oder Volkmar. Das Namenglied Volk, aus dem Vock oder Fock entstanden ist, geht auf althochdeutschen folc und altniederdeutschen volk ‚Heerschar, Volk‘ zurück. Zu erkennen ist dieser Zusammenhang von Vock und Volk etwa am aussagekräftigen Beispiel des „Vock von Laubenberg“, der 1410 als „Volk von Laubenberg“ und 1416 als „Volker von Laubenberg“ bzw. 1423 als „Volkher von Laubenberg“ erscheint. 1421 wird zudem der Häuptling von Leer namens „Fock Ukena“ genannt, der aber auch als „Focko Ukena“ vorkommt. Die Liste ließe sich noch verlängern.

Verbreitungskarte des Namens Focks.
Das Beispiel des Fock bzw. Focko Ukena zeigt, dass es neben dem Rufnamen Fock auch noch die Variante Focko gab, die aber im Familiennamen Focks nicht vorliegen kann, weil sie einen anderen Genitiv bildet: Focken-. Ein früher Focko erscheint in der Schreibweise Phocas 1280 und 1285 als Foke, 1301 als Foko in Gemen, 1373 ist ein „Focke der Becker“ Bürger in Osnabrück.