Hervorgehobener Beitrag

HERZLICH WILLKOMMEN IM EMSLANDMUSEUM

Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 14:30 bis 17:30 Uhr, sonst nach Absprache.
An Feiertagen geschlossen (außer Tag der Deutschen Einheit und Reformationstag)

Gruppen in der Ausstellung bis zu maximal 15 Personen

  • Gruppen für Vorträge und Veranstaltungen im Saal nach Absprache
  • Terminvereinbarung unter Tel. (0591) 96620855 oder Email: museum.lingen@t-online.de

WEGEN EINES BETRIEBSAUSFLUGES BLEIBT DAS EMSLANDMUSEUM

AM 17.09.2026 GESCHLOSSEN!

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Helga Hanauer

Stimme gegen das Schweigen

Vor 50 Jahren, am 19. September 1976, starb Helga Hanauer. Sie wurde nur 36 Jahre alt. Ihr kurzes Leben ist eng mit Lingen verbunden – und mit einer Frage, die die Stadt noch Jahrzehnte beschäftigen sollte: Wie erinnert Lingen an seine jüdischen Bürgerinnen und Bürger und an das, was ihnen während der nationalsozialistischen Herrschaft angetan wurde? Dass diese Frage überhaupt öffentlich gestellt wurde, ist wesentlich Helga Hanauer zu verdanken.

Kindheit in Verfolgung und Versteck

Helga Hanauer wurde 1940 in den Niederlanden geboren. Ihr Vater Gustav Hanauer stammte aus Lingen. Wegen seines jüdischen Glaubens war er 1938 in die Niederlande geflohen. Dort heiratete er Theres Groenheim; 1940 kam Helga zur Welt, zwei Jahre später ihre Schwester Carla und Anfang 1945 die Schwester Mieke.

Doch mit der deutschen Besetzung der Niederlande im Mai 1940 holte die Verfolgung die Familie ein. Mit Unterstützung des niederländischen Widerstandes gelang es den Hanauers, unterzutauchen. Die Kinder wurden unter falscher Identität in einem von Ordensschwestern geführten Heim versteckt, die Eltern auf einem Bauernhof. Die letzten beiden Kriegsjahre verbrachten sie verborgen in einer Erdhöhle.

1950 kehrte Gustav Hanauer nach Lingen zurück und nahm seine Altmaterialhandlung wieder auf. Helga und Carla folgten ihm. Zunächst lebten sie in einer Baracke an der Lindenstraße, später an der Lengericher Straße in Laxten. Helga führte dort schließlich ein Textilgeschäft.

Vielen älteren Lingenerinnen und Lingenern blieb sie jedoch aus einem ganz anderen Grund in Erinnerung: Helga Hanauer war eine hervorragende Schwimmerin. Für den Lingener Schwimmverein Blau-Weiß errang sie zahlreiche Siege und Auszeichnungen und war als „Schwimmass“ bekannt.

Sie hatte einen großen Freundeskreis, gehörte später einem Literaturkreis an und schrieb selbst Gedichte. In ihren Texten beschäftigte sie sich auch mit der Verfolgung der Juden während der NS-Zeit – und mit dem Schweigen darüber in der Nachkriegsgesellschaft.

1000 Jahre Lingen – und kein Wort über die jüdischen Lingener

1975 feierte Lingen sein tausendjähriges Jubiläum. Eine Festschrift wurde an die Haushalte verteilt, außerdem erschien ein umfangreicher Band zur Geschichte der Stadt. Doch ausgerechnet ein Teil dieser Vergangenheit kam praktisch nicht vor: die jahrhundertelange Geschichte der jüdischen Gemeinde Lingens und ihr gewaltsames Ende während der nationalsozialistischen Herrschaft.

Für Helga Hanauer war dieses Schweigen nicht hinnehmbar. Am 22. Mai 1975 erschien in der „Lingener Tagespost“ ein Leserbrief von ihr. Darin fragte sie, wie eine Stadt ihre Geschichte feiern könne, ohne an ihre jüdischen Bürgerinnen und Bürger und deren Schicksal zu erinnern.

Hanauer machte deutlich, dass Geschichte sich nicht auf die angenehmen Teile reduzieren lässt. „Geschichte ist ein Geschehen, welches sich nicht totschweigen läßt“, schrieb sie.

Es blieb nicht bei diesem einen Leserbrief. Einige Wochen später meldete sie sich erneut zu Wort. Sie forderte, die Zeugnisse des Leidens konkret und vor Ort sichtbar zu machen. Gerade das Geschehen in der eigenen Stadt müsse dokumentiert werden, um Verdrängung und Verfälschung entgegenzuwirken. Dabei brachte sie auch einen Gedenkstein am Standort der ehemaligen Lingener Synagoge ins Gespräch.

Der Anfang einer Aufarbeitung

Aus heutiger Perspektive bekommen diese Leserbriefe eine besondere Bedeutung. Ihre Intervention löste eine Diskussion aus, die Folgen hatte. 1977 wurde auf einem städtischen Grundstück in der Nähe der ehemaligen Synagoge an der Ecke Synagogenstraße/Konrad-Adenauer-Ring ein Gedenkstein aufgestellt. Der sogenannte Synagogenstein erinnerte nun öffentlich an die zerstörte jüdische Gemeinde. 1986 kam der „Familienstein“ hinzu, auf dem die Namen der verfolgten und ermordeten jüdischen Familien und Einzelpersonen aus Lingen genannt werden. Der Ort erhielt schließlich den Namen „Synagogenplatz“.

Damit war die Geschichte der jüdischen Lingenerinnen und Lingener keineswegs abschließend aufgearbeitet. Aber das Schweigen war durchbrochen. Helga Hanauer konnte diese Entwicklung nicht mehr miterleben. Am 19. September 1976 starb sie im Alter von nur 36 Jahren in Lingen. Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem jüdischen Friedhof an der Weidestraße.

Ihr Leben war geprägt von Erfahrungen, die kaum gegensätzlicher sein könnten: von Verfolgung und Rettung, von einem Aufwachsen zwischen den Niederlanden und Deutschland, vom Sport und einem großen Freundeskreis, von Literatur und schließlich von der Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit, über die viele lieber schweigen wollten.

50 Jahre nach ihrem Tod ist deshalb nicht nur an Helga Hanauer als Lingenerin, Sportlerin und Autorin zu erinnern. Es ist auch daran zu erinnern, was eine einzelne öffentliche Wortmeldung bewirken kann.

Als Lingen 1975 auf tausend Jahre Stadtgeschichte zurückblickte, stellte Helga Hanauer eine unbequeme, aber notwendige Frage: Wo sind in dieser Geschichte die jüdischen Lingenerinnen und Lingener? Diese Frage wurde zum Anstoß für eine Auseinandersetzung, die weit über ihren frühen Tod hinausreichte und 2025 mit dem umfangreichen Sammelband „Lingen im Nationalsozialismus“ auch eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung erfuhr.

Dass die Geschichte der jüdischen Gemeinde heute einen festen Platz in der Erinnerungskultur Lingens besitzt, hat viele Gründe und ist das Verdienst vieler Menschen. Doch einer der entscheidenden Anstöße kam 1975 von Helga Hanauer.

Größte Stadt im Landkreis Emsland

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Aufkleber gegen die Kreisreform 1977

Die Entstehung des Landkreises Emsland im Jahr 1977 und die Bedeutung für die Stadt Lingen stehen im Mittelpunkt der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Denn Lingen erhielt damals im größten Landkreis Niedersachsens den besonderen Status einer „großen selbständigen Stadt“.

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Die 1000-Jahrfeier 1975

Lingener Geschichte im Bild (90)

Bundespräsident Scheel und Ministerpräsident Kubel bei der 1000-Jahrfeier 1975

Kein Fest in den 70er-Jahren im Emsland erreichte die Größe und Ausstrahlung des Lingener Stadtjubiläums von 1975. Zwei Wochen lang, von Mitte Mai bis Anfang Juni, feierte die Stadt ihren runden Geburtstag. Höhepunkte waren der Besuch des Bundespräsidenten Walter Scheel und ein großer Festumzug durch die Innenstadt. Darüber berichtet die heutige Folge der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum.

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Als Lingen den Frieden feierte

Kanonendonner, Triumphbogen und Freibier im Januar 1746

Wer Anfang Januar 1746 durch Lingen gegangen wäre, hätte die Stadt kaum im gewöhnlichen Alltag erlebt. Glocken läuteten, Kanonen wurden abgefeuert, Bürger marschierten mit geschmückten Hüten über den Marktplatz, Studenten zogen in Prozession durch die Straßen. Vor dem Rathaus stand ein Triumphbogen, abends war die Stadt illuminiert. Sogar ein Kurier wurde eigens inszeniert, der die Nachricht vom Frieden nach Lingen brachte.

Exemplar der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
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1969 bis 1974: Gebietsreform oder Eingemeindung?

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Unterzeichnung der Verträge zur Gebietsreform 1974

Im Jahre 1974 regelte ein Gesetz die endgültige Neugliederung der Gemeinden im Raum Lingen. Zahlreiche bis dahin selbständige Nachbargemeinden wurden Ortsteile der Stadt. Doch nicht überall traf diese gesetzliche Regelung auf Zustimmung. Darüber berichtet die heutige Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier.

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Als die Atomkraft nach Lingen kam

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1968 ging das Atomkraftewerk Lingen in Betrieb

Um das Thema der Atomkraft geht es in der aktuellen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Denn seit den 60er-Jahren war Lingen Standort von zwei Kernkraftwerken: das Kernkraftwerk Lingen, das 1968 in Betrieb ging, und das Kernkraftwerk Emsland, das von 1988 bis zu seiner Abschaltung am 15. April 2023 Strom produzierte.

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1163 Funde aus Bramsches Boden

Stadtarchäologe Dieter Lammers über einen außergewöhnlichen Fund in Lingen-Bramsche

Was verbirgt sich unter unseren Füßen? Manchmal genügt ein geplantes Neubaugebiet, um ein Fenster in eine fast 2000 Jahre zurückliegende Vergangenheit zu öffnen. In Lingen-Bramsche ist genau das geschehen: Bei archäologischen Untersuchungen kamen 1163 Funde ans Licht – darunter römische Keramik. Für den Lingener Stadtarchäologen Dr. Dieter Lammers ist der Fundkomplex in dieser Größenordnung bislang einmalig im Emsland.

Zeugnis aus römischer Zeit: Das in Lingen entdeckte Keramikgefäß wird auf 0 bis 400 n. Chr. datiert.
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Sanierung der Innenstadt

Lingener Geschichte im Bild (87)

Dauerthema Stadtsanierung: Die Innenstadt 1968

Um ein Dauerthema in der Stadtentwicklung der Nachkriegsjahrzehnte geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier: die Stadtsanierung. Straße um Straße wandelte ihr Gesicht und manches Stadtviertel wurden dabei stark verändert.

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