Hervorgehobener Beitrag

HERZLICH WILLKOMMEN IM EMSLANDMUSEUM

Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 14:30 bis 17:30 Uhr, sonst nach Absprache.
An Feiertagen geschlossen (außer Tag der Deutschen Einheit und Reformationstag)

Gruppen in der Ausstellung bis zu maximal 25 Personen

  • Gruppen für Vorträge und Veranstaltungen im Saal nach Absprache
  • Terminvereinbarung unter Tel. (0591) 47601 oder Email: museum.lingen@t-online.de



Zur Vortragsreihe „MITTWOCHS IM MUSEUM“: https://heimatverein-lingen.de/events/

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Pleus – Auf der Suche nach einem spannenden Familiennamen

Wer sich mit Familiennamen beschäftigt, merkt schnell: Manche Namen geben ihre Geschichte bereitwillig preis, andere dagegen machen es spannend. Pleus gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Der Name ist selten, dafür aber vielgestaltig überliefert – und gerade deshalb besonders reizvoll für eine historische Spurensuche.

Ein Name mit vielen Gesichtern

In historischen Quellen begegnet uns der Name Pleus keineswegs einheitlich. Neben der heutigen Schreibweise finden sich Varianten wie Pleuß, Plois oder Ploys. Diese Unterschiede sind kein Zufall: Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gab es keine feste Rechtschreibung. Namen wurden so notiert, wie man sie hörte – abhängig von Dialekt, Region und Schreiber.

Gerade diese Vielfalt an Formen erschwert zwar die Recherche, liefert aber zugleich wertvolle Hinweise auf Alter und Verbreitung des Namens.

Frühe Spuren in Nordwestdeutschland

Die ältesten bekannten Belege führen uns weit zurück:

  • 1322 wird ein Gerhard Ploys in Ostwestfalen-Lippe erwähnt.
  • 1506 taucht im Kirchspiel Bersenbrück (heute Landkreis Osnabrück) der Eintrag Ployses Erbe auf.

Diese Hinweise zeigen: Der Name Pleus war bereits früh in einem größeren Raum zwischen Westfalen und dem heutigen Niedersachsen verbreitet.

Was steckt hinter dem Namen Pleus?

Besonders spannend ist die sprachliche Herkunft: Im Namen Pleus steckt nämlich die niederdeutsche Form des Rufnamens Blasius. Damit gehört Pleus zu einer großen Gruppe sogenannter Kurz- oder Koseformen, die aus Vornamen entstanden sind.

Vergleichbare Beispiele sind:

  • Thies / Theis < Matthias
  • Jans < Johannes
  • Claus < Nikolaus

Der namengebende heilige Blasius war ein frühchristlicher Bischof von Sebaste (heute Sivas in der Türkei), der im frühen 4. Jahrhundert während der Christenverfolgungen im Römischen Reich als Märtyrer starb. Er wird in der katholischen wie auch in der orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt und zählt zu den Vierzehn Nothelfern. Sein Gedenktag ist in der katholischen Kirche der 3. Februar, in den orthodoxen Kirchen der 11. Februar. Man kennt ihn heute in katholischen Regionen noch wegen des in seinem Namen gespendeten speziellen Segens. Bereits in einer im 6. Jahrhundert verfassten Sammlung medizinischer Texte findet sich dieser als „Mittel“ gegen Halskrankheiten und verschluckte Fischgräten. Zudem gilt er als Schutzheiliger der Ärzte sowie zahlreicher Handwerks- und Berufsgruppen, darunter Weber, Schneider, Wollhändler, Wachszieher, Gerber und Blasmusiker. Zudem wird er als Vieh- und Wetterpatron verehrt. Der Rufname Blasius geht auf griechisch basileus ‚König‘ zurück.

Nach Nordwestdeutschland kam die Verehrung des Heiligen im 11. Jahrhundert (um 1040) mit Reliquien, die Bischof Meinwerk von Paderborn geschenkt bekam. So ist der Schwerpunkt des Familiennamens Ploys, Plois, Pleus in Ostwestfalen zu erklären. Doch auch Bischof Benno II. von Osnabrück (+ 1088) hatte Reliquien des Blasius, mit denen er 1070 die Kirche in Iburg (heute Bad Iburg) bewidmete. Im Bistum Münster stiftete Bischof Burchard von Holte (+ 1118) bei der Stiftskirche St. Mauritz vor der Stadt eine Blasius-Kapelle. Die Verehrung und damit die Verbreitung des Rufnamens Blasius ist also in Nordwestdeutschland seit dem 11. Jahrhundert zu belegen.

Pleus ist also kein Berufs- oder Herkunftsname, sondern ein patronymischer Familienname – er geht auf einen Vornamen zurück, der im Niederdeutschen verkürzt und alltagssprachlich gebraucht wurde.

Dass es sich dabei wirklich um einen Rufnamen handelt, lässt sich durch eine Notiz aus Münster belegen. Noch 1813 wird hier ein Kaufmann namens Ploysius Perger genannt. Trennt man die lateinische Endung –ius ab, ist man beim Rufnamen Ploys, Plois, Pleus – ein Familienname mit „königlichem“ Hintergrund!

Königsbesuche aus dem Welfenhaus

Lingener Geschichte im Bild (59)

Die Familie des Königs von Hannover besuchte 1857 die Stadt Lingen

Um die Beziehungen Lingens zum Welfenhaus geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum. Im Mittelpunkt stehen dabei die Königsbesuche im hannoverischen Amtssitz und Verwaltungszentrum Lingen.

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„Schlachtfest“ damals

Wenn es draußen kalt wurde und der Winter vor der Tür stand, rückte auf dem Bauernhof ein wichtiger Termin näher: das Schlachten. Meist um Martini herum (11. November), manchmal auch im Februar, war es ein zentraler Bestandteil der bäuerlichen Selbstversorgung. Ein Schwein – oder sogar mehrere – zu schlachten bedeutete Arbeit, Anstrengung und Verantwortung. Gleichzeitig vermittelte es aber auch ein beruhigendes Gefühl: Nun war für den Winter und das kommende Jahr vorgesorgt. Und weil man an diesen Tagen etwas üppiger aß als sonst und auch die Nachbarn Anteil nahmen, wurde das Schlachten vielerorts als eine Art Fest empfunden.

Schlachtfest Anfang 20. Jahrhundert.
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Die „Hannoverscher Westbahn“

Lingener Geschichte im Bild (58)

Die erste Lok ‚Ernst August‘ der Hannoverschen Eisenbahn

Der Eisenbahnbau in der Zeit des Königreichs Hannover ist heute das Thema der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. 1856 fuhr der erste Eisenbahnzug in den neuen Lingener Bahnhof ein. Doch bis dahin war die Eisenbahnplanung in den Zeiten der Kleinstaaterei ein schwieriges Kapitel der Verkehrsgeschichte.

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Auf der Flucht

Dr. Christof Haverkamp liest über Bruno Fabeyer

Am Mittwoch, 11. Februar 2026, lädt das Emslandmuseum Lingen um 19:30 Uhr zu einer Lesung mit Dr. Christof Haverkamp ein. Der Autor stellt sein Buch „Bruno Fabeyer – Waldmensch und ‚Moormörder‘“ vor, das sich mit einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der deutschen Nachkriegsgeschichte beschäftigt.

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„nachhero keinen Bauren mehr ohne Pfeiffen-Deckel bemercket“

Brandschutz in der Grafschaft Lingen zur Mitte des 18. Jahrhunderts

Von Sebastian Schröder

Im Herbst 1749 reiste der preußische Beamte Ernst Albrecht Friedrich Culemann (1711–1756) in die Grafschaft Lingen. Culemann war seinerzeit tätig bei der Kriegs- und Domänenkammer in Minden, der Landesbehörde für vier der preußischen Territorien in Westfalen. Der Sprengel der Kammer umfasste das Fürstentum Minden sowie die Grafschaften Ravensberg, Tecklenburg und Lingen. Zwar lag der Fokus bei der Reise von Culemann eindeutig darauf, die Bewirtschaftung der landesherrlichen Eigenbesitzungen zu kontrollieren, die Erhebung von Zöllen oder Abgaben zu begutachten sowie die Tätigkeit der Amtleute zu bewerten. Gleichwohl kam er natürlich immer wieder in Kontakt mit der Bevölkerung in Stadt und Land. Auf diese Weise erfuhr er, wie die Menschen lebten und was sie bewegte – und manche seiner Beobachtungen notierte der Beamte anschließend in seinem Bereisungsprotokoll. Besonders bewegten ihn die getroffenen Maßnahmen des preußischen Landesherrn zur Verhütung von Bränden.

Offene Feuerstellen und das Pfeiferauchen waren früher öfter Auslöser von Bränden.

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Das Hannoverische Königshaus – eine komplizierte Dynastie

Lingener Geschichte im Bild (57)

Georg IV. war erst Prinzregent und 1820 bis 1830 König von Hannover

Um die Dynastie des hannoverischen Königshauses der Welfen geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Denn durch die Erbfolge seiner Mutter, Sophie von der Pfalz, eine Enkelin des englischen Königs Jakob I. aus dem Hause Stuart, fiel der englische Königsthron 1714 an Georg I. Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg. Er stammt aus dem Adelshaus der Welfen. Für fünf Generationen regierte nun das kurfürstliche Haus Hannover gleichzeitig auch Großbritannien und Irland.

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Wo lag der Donnerberg?

Das Bruchstück einer emsländischen Amtsrechnung aus dem Jahr 1318 gibt Rätsel auf

„Verschwundene Burgen im Kreis Steinfurt“ – mit diesem Thema befasst sich ein jüngst erschienenes Heft, das vom Kreisheimatbund Steinfurt herausgegeben wurde. Aus den dort behandelten Beispielen geht hervor, dass viele Befestigungen der Vergangenheit uns heute gar nicht mehr bekannt sind und es viel mehr Burgen gegeben haben dürfte, als wir bisher wissen.

Der Friedensvertrag aus dem Jahr 1323 mit der Verpflichtung, dass der Bischof von Münster Rheine (Rene) und Dor[n]reb[er]g (rote Markierung) „brechen“ solle. Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, Mscr. II, Nr. 87, S. 13.

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Kanal mit königlichem Wappen – Der alte „Ems-Canal“ von 1820

Lingener Geschichte im Bild (56)

Das Wappen des Königreichs Hannover an der Schleuse in Hanekenfähr

Um die Verkehrsinfrastruktur zu Zeiten des Königreichs Hannover geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Denn neben dem Bau fester Straßen lag ein besonderes Augenmerk der Hannoverischen Verkehrsplanung auf der Schiffbarmachung der Ems. Dies war aber zwischen Hanekenfähr und Meppen nur durch den Bau eines Kanals möglich.

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Was ist ein Schulte / Schulze?

Unser Blog und unser Instagram-Account hat viele Leserinnen und Leser. Das freut uns natürlich sehr. Daher beantworten wir hier auch gern Fragen zur regionalen Geschichte:

Anlässlich eines früheren Beitrags auf unserem Blog fragt eine interessierte Leserin, was es denn eigentlich mit einem Schultenhof und den zugehörigen Schulten auf sich habe. An dieser Stelle geben wir gern eine Antwort:

KI-generiertes Schaubild.

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