Archiv für den Monat: September 2025

Aufbruch ins Ungewisse

Die Binnenkolonisation in der Grafschaft Lingen

Basse partie de l’evesché de Munster et le comté de Benthem. Übersichtskarte 1673

Die Grafschaft Lingen war im 18. Jahrhundert ein landwirtschaftliches unterentwickeltes Gebiet: „Sehr mittelmäßiger Boden, viel dürre Sandstriche und große Moore“, so charakterisierte der Verwaltungsbeamte Justus Gruner um 1800 die Region. Wohlstand, meinte er, rühre hier „lediglich von der Industrie der Bewohner“ her, nicht von der Natur. Gerade in dieser Mischung aus Armut und harter Arbeit setzte die preußische Krone damals an, um die Grafschaft durch Binnenkolonisation zu stärken.

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Lingen 1720 – eine Statistik

Lingener Geschichte im Bild (39)

Schlachter waren wichtig für die Vorsorgung der Stadt

Ging es in der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum bislang häufig um Herrscher und Potentaten, so stehen in der aktuellen Folge die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lingen im Mittelpunkt, die 1720 in einer Einwohner- und Berufsstatistik vollständig erfasst wurden.

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„Soldatenkönig“ zeigte sich tolerant

Lingener Geschichte im Bild (38)

König Friedrich Wilhelm I. von Preußen

Wie der preußische „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. das Verbot der katholischen Gottesdienste beendete und damit die kirchlichen Verhältnisse in seiner Grafschaft Lingen befriedete, darüber berichtet die 38. Folge der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum.

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Auf der Suche nach dem Emsland

Vor 725 Jahren taucht der Begriff „Emsland“ erstmals auf

2025 ist ein ausgesprochenes Jubeljahr. Nicht nur das Jubiläum „75 Jahre Emslandplan“ kann ausgiebig zelebriert werden. Nein, auch der Name „Emsland“ feiert Geburtstag – und zwar den 725. Vom 17. September 1300 datiert nämlich eine Urkunde, in der der münsterische Drost (Verwalter) Everhard Svenke der Stadt Osnabrück mitteilt, dass er allen ihren Bürgern im Auftrag seines Herrn, des Fürstbischofs von Münster, zum bevorstehenden Markt in Meppen freies Geleit gewährt. Svenke wird in diesem Geleitbrief als „dapifer totius Emeslandie“ betitelt, also als Drost des ganzen Emslandes. Das ist die früheste Nennung der Gebietsbezeichnung Emsland.

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1702 wird Lingen preußisch

Lingener Geschichte im Bild (37)

1702 kam die Grafschaft Lingen an das Königreich Preußen

Um das Ende der Oranischen Herrschaft und den Beginn der Preußischen Zeit in Lingen geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum. Denn im Frühjahr 1702 stürzte Wilhelm III. von Oranien bei der Jagd vom Pferd und starb wenige Tage darauf an den Folgen dieses Unfalls. Er war kinderlos und bald begannen die Streitigkeiten um seine Nachfolge und sein Erbe.

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Vom „Sod“ zur „Pütte“

Die spannende Geschichte eines plattdeutschen Brunnenwortes

Wer im Emsland oder Münsterland unterwegs ist, hört bis heute den mundartlichen Ausdruck „Pütt“ oder „Pütte“, wenn von einem Brunnen die Rede ist. Doch woher kommt dieses Wort eigentlich – und was steckt sprachgeschichtlich dahinter? Sprecher des Plattdeutschen wissen: Mit „Pütt“ oder „Pütte“ meint man Brunnen oder Quelle. Im Hochdeutschen liegt die Übersetzung „Pfütze“ zwar nahe, trifft die plattdeutsche Bedeutung aber nicht ganz. Sprachwissenschaftlich sind die Wörter dennoch verwandt, denn im Germanischen lautete der Ursprung *puti. Durch die althochdeutsche Lautverschiebung wurde daraus hochdeutsch „Pfütze“ (p → pf, tt → tz). Im Mittelniederdeutschen, das zwischen 1200 und 1650 gesprochen wurde, konnte „Pütt(e)“ zusätzlich eine wassergefüllte Grube bezeichnen.

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Die „Holländische Post“ in Lingen

Lingener Geschichte im Bild (36)

Nachbildung der ‚Amsterdamer Post‘ bei der Heimatschau 1935

Heute geht es in der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum einmal um ein ganz spezielles Thema, nämlich die Postgeschichte. Die Post war in früheren Jahrhunderten ganz anders organisiert als heute. Viele private Postlinien ergänzten die Kaiserliche Thurn- und Taxis-Post und das kaiserliche Postprivileg wurde längst nicht überall anerkannt.

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Sumpfbäche?

Woher kommen die Namen Nord- Mittel- und Südradde?

Wer im Emsland unterwegs ist, stößt früher oder später auf den Namen Radde. Gemeint ist damit allerdings nicht nur ein Fluss, sondern gleich drei Gewässer: Nordradde, Mittelradde und Südradde. Sie alle entspringen am Rand der hügeligen Geestlandschaft des Hümmlings oder in den angrenzenden Mooren und verlaufen in überwiegend südwestlicher Richtung, bis sie in Ems oder Hase münden.

Die Südradde als „Radde Fl.[uvius]“ auf einer Karte aus dem Jahr 1725. Quelle: Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, Kartensammlung, A Nr. 02951.

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