Lingener Geschichte im Bild (40)

Noch einmal geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum um das Thema Religion und Glauben unter König Friedrich Wilhelm dem Ersten. Denn neben den Katholiken und Reformierten gab es ja auch noch die Lutheraner.

Mit dem Übergang Lingens an das Königreich Preußen zogen preußische Beamte mit ihren Familien nach Lingen, die sich zum lutherischen Glauben bekannten. Es gab hier aber nur eine katholische und eine reformierte Gemeinde. Im Dezember 1727 gestattete der König auch den Lutheranern die öffentliche Ausübung ihres Glaubens und den Bau einer eigenen Kirche.


Erster Prediger wurde Johann Anton Naber, der die Gottesdienste mit der kleinen Gemeinde zunächst im Hörsaal der Lateinschule feierte. Vier Mal im Jahr sollte Naber außerdem in die preußische Grafschaft Tecklenburg reisen, um einige dort lebende lutherische Familien zu betreuten. Dafür wurden ihm jeweils vier Vorspannpferde zur Verfügung gestellt.

1729 kaufte die Gemeinde in unmittelbarer Nachbarschaft zur Lateinschule einen Bauplatz für die Lutherisch Kirche, die heutige Kreuzkirche. Die preußische Regierung stellte Bauholz und Steine zur Verfügung, darunter Abbruchmaterial von der früheren Bauerschaftskapelle in Suttrup bei Freren. 1733 erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. Nach Plänen des Architekten F. Bielitz entstand ein einschiffiger Kirchenbau mit Mansarddach in den typischen Bauformen der Barockzeit. Über dem Giebel zum Universitätsplatz wurde ein quadratisches Türmchen errichtet. Darin fanden zwei Glocken, die man aus der früheren katholischen Notkirche in Schapen beschlagnahmt hatte, ihren Platz. Anfang 1737 war der Bau vollendet und wurde von Superintendent Althoff aus Bielefeld eingeweiht.

Der im Giebel der Kirche angebrachte Grundstein nennt als Gründer der Gemeinde König Friedrich Wilhelm I. von Preußen. Es ist vielleicht die einzige Kirche, and welcher bis heute an den „Soldatenkönig“ erinnert wird.
