Kirchliche Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Denn Religionsfreiheit und die Gleichstellung der christlichen Konfessionen gibt es in Lingen erst seit gut 200 Jahren.
Auf das hohe Alter ihres Wohnortes sind viele Menschen stolz. Das zeigt sich immer wieder bei der Feier von Ortsjubiläen oder anhand von Neckereien zwischen Nachbarorten, wer denn früher in der historischen Überlieferung erwähnt wird. Die Ursprünge der alten Orte liegen allerdings zumeist im Dunkel der Geschichte – und Alter allein ist noch keine Leistung…
Konkreter nachvollziehen lassen sich hingegen jüngere Ortsgründungen. Sie zeigen nicht nur WANN, sondern auch WIE eine Siedlung entstand – und welche Leistungen Menschen erbringen mussten, um sie dauerhaft zu etablieren.
Ortsplan von Papenburg 1824. Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, Karten A (Allgemein), Nr. 9055.
Grenzstein von 1827 zwischen den Königreichen Hannover und Preußen bei Spelle
Um eine neue Staatsgrenze im Emsland nach dem Wiener Kongress von 1815 geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum. Die neue preußischen Provinz Westfalen und das neue gebildeten Königreich Hannover trennte bald eine gut markierte und streng bewacht Staats- und Zollgrenze.
Zur Bedeutung und Entstehung des Raumnamens Agradingon zwischen Ems und Hase
Namen sind wichtige Geschichtsquellen. Sie enthalten nämlich sprachliche Nachrichten aus der Zeit ihrer Entstehung. Je älter ein Name ist, desto weiter führt er uns also zurück. Die sprachliche Information, die in einem Namen enthalten ist, zeigt uns aber, was für die Menschen, die ihn geprägt haben, zum Entstehungszeitpunkt wichtig war.
Die erste Erwähnung der Landschaft Agradingon in der Form „Agredingo“ in einer Urkundeaus dem Jahr 834, deren Text nur noch in einer Abschrift des 10. Jahrhunderts überliefert ist. Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, Mscr. VII, Nr. 5201.
1815 kamen Lingen und das Emsland an das Königreich Hannover
Warum Lingen heute nicht mehr zu Westfalen, sondern zu Niedersachsen gehört, erzählt die aktuelle Folge der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum. Beschlossen wurde dies 1815 auf dem Wiener Kongress und die Folgen sind über 200 Jahre später noch wirksam.
Zahlreiche Orte im Emsland werden erstmals in Schriftzeugnissen des Klosters Werden an der Ruhr erwähnt, das über reichen Besitz im Bereich der Ems verfügte. Wichtig ist hier vor allem das älteste Urbar der geistlichen Einrichtung. Allerdings besteht ein Problem: Das Abgabenverzeichnis ist nicht datiert. Daher wird der Zeitpunkt immer mit „um 890“ angegeben. Aber woher wissen wir das eigentlich?
Carl Philipp Mauve (1754-1821) regierte Lingen in schwierigen Zeiten
Was der häufige Wechsel der Landesherrschaft in der Franzosenzeit für die örtliche Verwaltung bedeutete, zeigt die heutige Folge der Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum am Beispiel des Lingener Landrates Carl Phillip Mauve, der zwischen 1803 und 1815 häufig zwischen allen Stühlen saß.
Wenn man heute durch die Prospekte der Supermärkte blättert, scheint klar zu sein, was an Weihnachten auf den Tisch gehört: Raclette erfreut sich großer Beliebtheit, daneben sind die klassische Weihnachtsgans sowie Ente oder Pute feste Größen des Festmenüs. Doch ein Blick zurück zeigt, dass die Weihnachtsküche vor über 125 Jahren – zumindest im Emsland – ganz anders aussah.
Archiv für Alltagskultur in Westfalen, Inventarnummer, MS03468.
Napelon herrschte Anfang des 19. Jahrhunderts über weite Teile Europas
In der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier geht es um die „Franzosenzeit“. Damit bezeichnet man die Jahre der französischen Besatzung in Deutschland unter Napoleon, in denen das Emsland sogar zeitweise ein Teil der Kaiserreiches Frankreich wurde.
Nach der Schlacht bei Jena und Auerstädt 1806 bildeten die Franzosen aus mehreren Gebieten in Westfalen und im Emsland, darunter auch den Grafschaften Lingen und Tecklenburg, einen neuen Verwaltungsbezirk mit der Hauptstadt Münster. Im April 1807 zog die neue Verwaltungsspitze in Lingen ein und verkündete die neue Rechtsordnung nach französischem Muster. Doch dies war nur eine Übergangsverwaltung.
Im südlichen Emsland tragen viele Menschen den Familiennamen Focks. Doch woher kommt dieser Name? Hat er vielleicht etwas mit dem gleichlautenden englischen Ausdruck fox für den Fuchs zu tun? Dieser heißt im Niederdeutschen allerdings Voss und er stand ebenfalls sehr häufig Pate für den Familiennamen Voß – sei es wegen der Schlauheit des Trägers oder dessen rotblonder Haarfarbe.