Spinola und die spanische Zeit in Lingen

Lingener Geschichte im Bild (21)

Admiral Ambrosius Spinola

Heute geht es in unserer Serie zu 1050 Jahren Lingen um die Zeit, in der die Truppen Spinolas die Festung Lingen in Besitz hielten. Das waren die 25 Jahre von 1605 bis 1630. Spinola selber zog bald nach der Einnahme Lingens mit seinen Truppen weiter, um die nächsten Festungen zu erobern. Ein Teil seiner Soldaten blieb als Besatzung in der Stadt.

Die Festung Lingen zur Zeit Spinolas

Beamte des Königs von Spanien übernahmen wieder die Regierung. Die reformierten Prediger mussten die Stadt verlassen und die katholische Kirche wurde wieder in alle Rechte und Ämter eingesetzt.

Die in Lingen stationierten Söldner unternahmen zahlreiche Raubzüge in die nähere und weitere Umgebung. Sie überfielen Dörfer und Bauernhöfe, um Geld, Wertsachen und Lebensmittel zu erbeuten.

Die Festung Lingen zur Zeit Spinolas

1609 trat ein zwölfjähriger Waffenstillstand zwischen den Spaniern und den Niederländern in Kraft. Damit war die spanische Herrschaft in Lingen für einen längeren Zeitraum gesichert. Als der Vertrag 1621 auslief, nahmen beide Parteien den Kampf sofort wieder auf. Im Winter 1624/25 hielt sich Spinola noch einmal in Lingen auf, um die Festung Bourtange zu erobern. Dabei führte er seine Soldaten über das gefrorene Moor und plünderte in der Provinz Groningen. Im Sommer 1625 zog Spinola dann aus dem Emsland ab, um die Festung Breda zu belagern.

1630 starb Spinola in seiner italienischen Heimat. Im gleichen Jahr zogen die spanischen Truppen kampflos aus Lingen ab und übergaben die Stadt an die Truppen des deutschen Kaisers, denn mittlerweile war in Deutschland der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) ausgebrochen.

Spinola nach einem Gemälde von Peter Paul Rubens