Einkaufsstadt mit Fußgängerzone

Lingener Geschichte im Bild (94)

Die Lookenstraße wurde 1973 Fußgängerzone

Um Lingen als Einkaufsstadt geht es in der 94. Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Der Handelsplatz Lingen mit Einzelhandel, Jahrmärkten und Wochenmarkt hat eine lange Tradition. Daraus entwickelte sich mit der Umgestaltung der Innenstadt als Fußgängerzone Ende der 1970er-Jahre eine attraktive Einkaufsstadt mit einem weiten Einzugsgebiet.

Die Lookenstraße vor dem Umbau zur Fußgängerzone (um 1975)

Bis in die 1970er-Jahre rollte Tag und Nacht der Durchgangsverkehr durch die engen Straßen der Altstadt, denn die Umgehungsstraße und den „inneren Ring“ gab es damals noch nicht. Erst 1973 war der östliche Abschnitt über die Bernd-Rosemeyer-Straße und die Wilhelmstraße fertiggestellt. Noch im gleichen Jahr wurde die Lookenstraße zu einer Fußgängerzone umgestaltet und ein Jahr später folgte die Burgstraße.

Das „Jude-Kaufhaus“ am neuen Konrad-Adenauer-Ring (um 1985)

1983 wurde die innere Ringstraße auf der Westseite der Innenstadt mit dem Konrad-Adenauer-Ring vollendet. Damit stand dem Ausbau weiterer Geschäftsstraßen zur Fußgängerzone nichts mehr im Wege. Nun konnte auch die Stadtsanierung zügig voranschreiten.

Die Fußgängerzone in der Lookenstraße (um 1980)

Die neuen Einkaufsstraßen erhielten eine fußgängergerechte und barrierefreie Pflasterung ohne Bordsteinkanten sowie eine attraktive Gestaltung mit Blumenkübeln, Bänken und Schauvitrinen der Lingener Einzelhändler.. An mehrere Stellen entstanden attraktive Brunnenanlagen, die seitdem in der warmen Jahreszeit einen Anziehungspunkt bilden. In der Adventszeit erhellt eine Weihnachtsbeleuchtung die Straßenzüge.

Der Rathausvorplatz mit dem Terrassenhaus Nennen an der Neuen Straße

Die Schlachterstraße, die Baccumer Straße, die Kivelingsstraße und der Universitätsplatz erhielten ein neues Gesicht im historischen Maßstab der Altstadt. Auch die Südseite des Marktplatzes wurde in historischen Dimensionen neu bebaut. Nach dem Bau der Tiefgarage konnte der schließlich der Marktplatz endlich wieder ganzjährig für den Wochenmarkt und als Veranstaltungsfläche genutzt werden.

Der Marktplatz wird 1980 Fußgängerzone

Der Einzelhandel nahm durch die Einrichtung der Fußgängerzone einen ungeahnten Aufschwung. Noch dominierten die inhabergeführten Läden und Gastronomiebetriebe. Auch in den Nebenstraßen konnte man kleine Fachgeschäfte mit einem besonderen Sortiment entdecken. Dies machte den Einkaufsbummel in Lingen zu einem beliebten Erlebnis.

Die Marienstraße beim Altstadtfest 1983

Den Höhepunkt erreichte die Frequentierung der Innenstadt bei den jährlichen Altstadtfesten. Tagsüber belebten zahlreiche Vereine und Verbände die Straßen und Plätze mit ihren Ständen und Angeboten.

Programm des Spinolamarktes 1984

Der „Spinolamarkt“ als historisches Marktgeschehen wurde wieder aktiviert. Und die beiden „Pöttemärkte“ zur Frühjahrs- und Herbstkirmes lockten Kundinnen und Kunden aus einem weiten Umkreis in die Einkaufsstadt Lingen.