Archiv des Autors: Emslandmuseum Lingen

Das Kriegsende 1945 im Raum Lingen – 4 / 8

Die Nationalsozialisten nutzen ihre Kriegserfolge für die schonungslose Vernichtung der Juden aus Deutschland und den von der Wehrmacht besetzten Ländern Europas. Doch auch die Deutschen spürten immer mehr die Folgen des Kriegs, denn je deutlicher sich die Niederlage abzeichnete, desto rücksichtsloser handelten die Nationalsozialisten auch gegen die eigene Bevölkerung.

Krankheitsbehandlung früher

Im 17. Jahrhundert grassierte die Pest

Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es zu einer letzten größeren Pestepidemie in Mitteleuropa. Betroffen war auch das Emsland, wo in alten Chroniken und Kirchenbüchern von Todesopfern berichtet wird.

Die Medizin stand dieser Krankzeit damals ohne probates Mittel gegenüber. Darüber berichtet auch ein medizinisches Buch aus dem Besitz des berühmten „Medicus Wesken“ (Andreas Wesken), der seine Praxis am Lingener Andreasplatz hatte. Sein handschriftlicher Besitzervermerk findet sich auf dem Titelblatt des Buches über dem Namen des Autors. Dieses in Privatbesitz überlieferte Band gelangte vor einigen Jahren in das Emslandmuseum.

Das vom Mediziner Paulus Barbette verfasste, 1662 in Amsterdam gedruckte und in Leder eingebundene Buch enthält auch ein eigenes Kapitel zur Behandlung von ansteckenden Krankheiten wie der der Pest. Was hier für den schlimmsten Fall der Fälle empfohlen wird, stimmt allerdings kaum tröstlich. Denn als „Mittel, sich von der Pest zu befreien“ rät der Autor am Ende zu einem eifrigen Gebet als dem am besten geeigneten Mittel, um sich von der Krankheit zu befreien.

Außer der Furcht vor Gott und dem inständigen Gebet sollen helfen: Das Entzünden von Pestfeuern zur Reinigung der Luft sowie das tägliche Reinigen der Häuser. Abgeraten wird vom Einsatz bestimmter Volksheilmittel, insbesondere von Theriac, einem früher weit verbreiteten alchemistischen Heilmittel aus Venedig. Vielmehr sollen Weihrauch, Myrrhe oder heimische Wacholderbeeren verräuchert werden.

Bohrlöcher sind vorbereitet

Noch hat der Tresor nicht verspielt

Noch hat der Tresor der früheren Landeszentralbank mit seiner ca. 80 cm starken Betondecke und etwa gleichstarken Wänden nicht verspielt. Doch hier sind die Bohrlöcher für seine Zerkleinerung bereits vorbereitet.

Keine Sorge, an eine kontrollierte Sprengung ist derzeit nicht gedacht, sondern mit einer Betonsäge werden Mauern und Decke in handliche Blöcke zerlegt und dann abgetragen.

Im Hintergrund beginnt bereits die Baustelleneinrichtung für die Bohrung der bis zu 12 Meter tiefen Betonpfeiler, auf denen der Neubau sicher stehen wird.

Noch hat der Tresorraum nicht verspielt, aber die Bohrung für die Zerkleingerung in handliche Brocken sind hier bereits vorbereitet

Das Kriegsende 1945 im Raum Lingen – 2 / 8

Nach dem Überfall auf Polen begann im Frühjahr 1940 der Krieg im Westen gegen Dänemark und Norwegen, die Niederlande, Belgien und Frankreich, gefolgt vom Luftkrieg gegen England. Daran beteiligt waren viele Lingener Soldaten und betroffen waren auch viele Familien aus Lingen und dem Emsland. Einige davon stellen wir hier vor.

Dem Tresor geht’s an den Kragen

Die Abbrucharbeiten am früheren Anbau des Emslandmuseums gehen zügig voran. Nachdem das aufgehende Gebäude in den letzten Tagen bereits vollständig abgetragen wurde, gilt es nun, den früheren Tresorraum der Landeszentralbank zu beseitigen.
Kein ganz einfaches Unterfangen, denn solche Tresorräume wurden auch früher schon aus starken Beton mit besonderer Stahlarmierung gebaut. Doch für moderne Abbruchgeräte ist auch ein solches Bauwerk kein Problem. Nur ganz geräuschfrei geht das leider nicht.
Eine weitere Überraschung gibt es sicherlich noch in den nächsten Tagen, wenn die alte Tresortür ausgebaut wird – ein Meisterwerk deutscher Tresorbaukunst aus den 50er Jahren der Marke Pohlschröder mit Spezialschlössern und Nummernkombination.

Mit modernem Gerät geht es dem früheren Tresorraum an den Kragen.

Grundsteinlegung verschoben

Wegen des Corona-Virus musste die für heute geplante Grundsteinlegung für den Erweitungsbau des Museums leider auf einem späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Gefreut haben wir uns über die attraktive Gestaltung des Bauzaunes durch die Firma Hofschröer, zu der wir gerne einige Motive aus unserem Bildarchiv beigesteuert haben. Herzlichen Dank!

Über den weiteren Fortgang der Arbeiten werden wir Sie an dieser Stelle fortlaufend informieren.

Das Kriegsende 1945 im Raum Lingen – 1 / 8

Die Ausstellungseröffnung über das Kriegsende im Raum Lingen vor 75 Jahren musste wegen des Corona-Virus leider abgesagt werden. Hier haben Sie nun in den nächsten Wochen die Gelegenheit, die Ausstellung digital zu erleben. In dieser ersten Folge starten wir mit der Vorgeschichte und dem Verlauf des Krieges.

Geschlossen wegen Corona-Virus

Aufgrund der aktuellen Entwicklung bleibt auch das Emslandmuseum Lingen ab Dienstag, 17. März 2020 bis auf Weiteres geschlossen, um einen Beitrag zur Eindämmung des Corona-Virus zu leisten.

Alle Veranstaltungen und Angebote müssen vorerst entfallen. Ab wann wir wieder öffnen und den Veranstaltungsbetrieb aufnehmen können, ist bei derzeitiger Lage unklar. Wir werden zum gegebenen Zeitpunkt darüber informieren.

In dringenden Fällen sind wir weiterhin telefonisch oder über E-Mail erreichbar.

Absage der Ausstellungseröffnung am 15. März 2020

Wegen der aktuellen Gefährdungslage durch den Corona-Virus folgen wir dem Anraten der Gesundheitsbehörden und sagen angesichts der möglichen Ansteckungsgefahren die Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung „Das Kriegsende 1945 im Raum Lingen“ am 15. März 2020 vorsorglich ab.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Je nach weiterem Verlauf und der aktuellen Entwicklung der Gefahrenlage kann die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Derzeit gehen wir davon aus, dass unser Museum bis auf Weiteres zu den üblichen Öffnungszeiten geöffnet bleiben kann. Kurzfristige Einschränkungen sind aber, je nach Sachlage, möglich.

Für uns ist die weitere Entwicklung derzeit nicht einschätzbar und wir folgen den aktuellen Anweisungen und Empfehlungen der Behörden.

Plakat der Ausstellung