Theater an der Wilhelmshöhe 1977 eröffnet

Lingener Geschichte in Bild (92)

Eröffnung des Theaters an der Wilhelmshöhe 1977

Um Lingen als Theaterstadt geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Die Eröffnung des Theaters an der Wilhelmshöhe bildete dabei den entscheidenden Meilenstein.

Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür 1977

Theateraufführungen in Lingen fanden bis 1977 in Saalbetrieben, in der Aula des Gymnasiums Georgianum und vor allem im Saal der Wilhelmshöhe statt. Die Bühnentechnik war an allen diesen Standorten bescheiden, die Zahl und Qualität der Sitzplätze sehr begrenzt.

Bereits in den 1960er-Jahren plante man eine moderne Stadthalle, die als Mehrzweckgebäude gleichzeitig als Theater dienen sollte. Der Standort sowie die räumliche und technische Ausstattung blieben aber umstritten.

Anfang der 1970er-Jahre legte man sich der Stadtrat fest auf einen Theatersaal mit einem schrägem Zuschauerraum und einem großen Foyer. Hinzu sollten ein Festsaal, Konferenzräume, ein Restaurant, eine Tiefgarage und eventuell noch ein Hotel kommen. Ein Millionenprojekt, als dessen zukünftigen Standort man die Wilhelmshöhe favorisierte.

Grundsteinlegung im März 1977

Ein Bauwettbewerb 1973 ließ noch offen, ob die Lösung ein Theatersaal und ein Festsaal oder aber ein Mehrzweckraum sein sollte. Gegen das Bauprojekt Theater formierte sich eine Bürgerinitiative, die unter dem Motto „stoppt das Millionending auf der Wilhelmshöhe“ Unterschriften sammelte.

Grundsteinlegung im März 1977

Aus dem Wettbewerb ging der Entwurf des Architekten von Altenstadt als Gewinner hervor und man beschloss am Ende eine Lösung mit zwei Sälen.

Feierliche Eröffnung im Herbst 1977

Das Theater sollte einen geräumigen Bühnenraum und 661 Sitzplätze umfassen, ohne Orchester bis zu 750 Plätze. Für das Foyer legte man eine Größe von 700 Quadratmetern fest. Der Theatersaal mit dem Foyer sollte in einem ersten Bauabschnitt sofort errichtet werden und der Festsaal später folgen. Dieser Saal wurde aber nie gebaut.

Der neue Bühnenraum bei der Eröffnung 1977

Im Mai 1976 erfolgte der erste Spatenstich, die Grundsteinlegung im März 1977. Im Herbst 1977 wurde das Theater feierlich eröffnet und mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vorgestellt. Schon die erste Spielzeit im Winter 1977/78 war ein voller Erfolg. Das Foyer nutzte später der neue Lingener Kunstverein für seine Ausstellungen, bis er eine eigene Kunsthalle erhielt. Mit dem Theater an der Wilhelmshöhe etablierte sich Lingen als unangefochtene Kulturmetropole des Emslandes.

Tag der offenen Tür zur Eröffnung 1977