Der Spuk im Kutscherhaus: Geister- oder Geisteswissenschaft?

Dachbodenfund dokumentiert scheinbar paranormale Phänomene im Emslandmuseum

Von Melanie Meiners

Auf Dachböden finden sich bekanntlich manch interessante Dinge – so auch im Emslandmuseum. Beim Ausräumen aufgrund der bevorstehenden Dachsanierung fanden die Mitarbeitenden des Museums ein längst vergessenes Dokument: Einen Bericht über eine ungewöhnliche Untersuchung im Kutscherhaus im Jahr 2011.

Das Kutscherhaus von 1728.

Eine Gruppe sogenannter ‚Ghosthunter‘ (deutsch: Geisterjäger) hatte damals auf eigene Anfrage hin das Kutscherhaus auf außernatürliche Phänomene untersucht. Das Team von ghostscene.com (die Organisation gibt es heute offensichtlich nicht mehr) hatte in jenen späten Abendstunden Kameras, Diktiergeräte, Infrarotstrahler und Detektoren für elektromagnetische Felder (EMF) aufgestellt.

Das Ghosthunting gilt als Pseudowissenschaft und es gibt keinerlei wissenschaftliche Beweise für die Existenz von Geistern. Dennoch war es einen Versuch wert. Denn seit jeher sprechen die Museumsmitarbeitenden von einem „komischen Gefühl“ im Kutscherhaus. Es knarrt und knackst, Türen fallen zu, es wird plötzlich kalt… Nicht ungewöhnlich – will manch einer entgegnen – in einem Fachwerkaus von 1728.

Und doch – was die Geräte aufgenommen haben, lässt einen schaudern: Einige Fotos zeigen verschwommene Gesichter auf dem Boden oder in einem Spiegel. Eine der Grimassen wurde direkt nach einem Geräusch an eben dieser Stelle aufgenommen.

Es könnte sich um Spiegelungen handeln – das wird im Bericht eingeräumt. Dann müsse sich ein solches Bild aber wiederholt aufnehmen lassen, heißt es dort. Dies gelang jedoch nicht…

Gesicht im Spiegel.

Die Video- und Tonaufnahmen zeichneten mehrere Stimmen von nicht anwesenden Personen auf.

„Die vorhandenen Aufnahmen lassen darauf schließen, dass wir es mit mehreren Wesenheiten zu tun haben, welche sich anscheinend auch gegenseitig wahrnehmen können“, heißt es in der Dokumentation.

Während des Aufstellens der Geräte wurden auf gleich zwei Camcordern die Worte „Schräg gucke“ aufgezeichnet. Andere Stimmen sagten „Gucken, ob’s noch geht“ oder „Halt die Augen auf!“.

Eine Mitarbeiterin des Teams hatte ein eigenartiges Gefühl – so liest man im Bericht – und schaute hinter einen Vorhang. In dem Moment nahm der Camcorder auf: „Nicht gucken! … Nicht das Tuch … weg!“ Der Bericht schließt Störfaktoren wie Stimmen von draußen aus.

Ein Gesicht?

Nachdem ein Mitarbeiter seine Kollegin darauf hinwies, dass sie durchs Bild läuft, sagte eine Stimme „Nein“. Ein anderer Rekorder nahm – scheinbar als Reaktion auf das Gespräch zwischen den Teammitgliedern – auf: „Er wird sauer“.

Zudem berichtete das Team, ein EMF-Detektor sei während der Aufzeichnungen verschoben worden. Außerdem sei ein Camcorder ausgefallen. Dieser zeigte einen leeren Akku an. Außerhalb dieses Raums war der Akku wieder voll aufgeladen…

„Gucken ob’s noch geht“ – Wer versteht das auch?

Die können viel erzählen, will man meinen. Doch natürlich liegen die Aufnahmen dem Emslandmuseum vor. Und beim Anhören und -sehen wird es einem schon schaurig. Die Gesichter sind zu erkennen und die meisten Tonaufnahmen tatsächlich deutlich zu verstehen …

Was nun? Alles Spinnerei? Oder ist doch etwas dran, am Spuk im Kutscherhaus?