1998: Halle IV wird Zentrum für Wirtschaft, Medien und Kunst

Lingener Geschichte im Bild (97)

Die Halle IV im Jahre 1992 vor der Sanierung

Die Umnutzung des früheren Eisenbahnausbesserungswerkes an der Kaiserstraße ist das Thema der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Neunzig Jahre nach ihrem Bau wurde die Halle 1998 nach jahrelanger Sanierung zu einem Zentrum für Wirtschaft, Medien und Kunst.

Die Halle IV im Jahre 1992 vor der Sanierung

1908 hatte die Eisenbahn diese Halle als Lokomotivwerkstatt errichtet. Aber schon wenige Jahre später entstand die große Lokrichthalle und die Halle IV wurde zu einem Materiallager umfunktioniert. Auch verschiedene kleines Werkstätten fanden dort ihren Platz.

Nach dem Ende der Dampflokreparatur in Lingen gab die Bahn die Halle IV auf und vermietet sie noch ein paar Jahre als Lagerhalle. Im Laufe der Zeit verwandelten sich das Gebäude und das umliegende Gelände allmählich in eine filmreife Industriebrache.

Die Halle IV nach der Sanierung 1998

1990 erwarb die Stadt Lingen von der Bahn die Halle als ersten Abschnitt für die Sanierung des Bahngeländes entlang der Kaiserstraße. Damals gab es noch keine klaren Vorstellungen, wie die Hallen und das Gelände auf Dauer genutzt werden könnten.

Viele Lingener forderten damals den Abriss der Hallen – auf dem Gelände könnten ja Supermärkte und Parkplätze für die Innenstadt entstehen. Doch dann wurden mehrere der Eisenbahnhallen unter Denkmalschutz gestellt, darunter auch die Halle IV.

Als die Architektin Petra Berning eine erste Kostenschätzung vorlegte, trauten manche ihren Augen nicht. Doch die Stahlfachwerkkonstruktion und die dekorativen Außenwände des Gebäudes waren marode und mussten umfassend saniert werden. Und Das bei einer Hallengröße von rund 5000 Quadratmetern.

Die Halle IV nach der Sanierung 1998

Zunächst wurden das Stahlgerippe und die Dachkonstruktion saniert, später dann die reich gegliederten Außenwände. Die zukünftige Nutzung blieb lange Zeit offen. Noch 1996 forderte der Lingener Stadtrat, dort eine Großraumdisko einzurichten, was aber baurechtlich nicht möglich war. Schließlich kam man auf die Idee, dort nach dem Prinzip des „Haus in Haus“ Büroräume einzurichten und an interessierte Unternehmen zu vermieten. Ein Teil der Hallenfläche sollte als Großraum erhalten bleiben und als Veranstaltungs- und Ausstellungsfläche dienen. 1997 erhielt der Kunstverein Lingen hier großzügige Räumlichkeiten für seine Ausstellungen und im Jahr darauf bezog der Radiosender „Ems-Vechte-Welle“ hier ein neues Studio.

Aus der Eisenbahnhalle wurde ein Zentrum für Wirtschaft, Medien und Kunst

Die offizielle Eröffnung der Halle IV als Zentrum für Wirtschaft, Medien und Kunst erfolgte 1998. Mittlerweile ist die restaurierte Halle schon fast dreißig Jahre in Gebrauch und für die kommenden Jahre steht jetzt die Sanierung der Sanierung an.