Archiv für den Monat: April 2026

Wie man eine Kirchenordnung einführt…

1588 erließ Graf Arnold von Bentheim-Tecklenburg-Steinfurt (1554–1606) eine reformierte Kirchenordnung in seinen Herrschaftsgebieten. Doch wie ging er eigentlich praktisch dabei vor, um sein Vorhaben auch um- und durchsetzen zu können?

Arnold selbst neigte nach seinem Studienaufenthalt in Straßburg, wo er mit den Lehren Johannes Calvins in Berührung kam, dem reformierten Bekenntnis zu. Bereits seit 1574 ließ er in seiner Bentheimer Schlosskapelle für sich und seine Familie den Gottesdienst in reformiertem Ritus feiern und berief dazu auch einen calvinistischen Prädikanten als Hofprediger: Johann Kemener. Der Schritt, auch in seinen Landen das reformierte Bekenntnis einzuführen, erfolgte aber erst über ein Jahrzehnt später. Im Herbst 1587 berief er in Tecklenburg eine Versammlung ein. Dort fanden sich neben den gräflichen Räten auch einige Landadelige ein, die auch der reformierten Lehre zuneigten. Ferner waren die Pastoren von Tecklenburg, Nordhorn und Schüttorf zugegen. Auch diese Pfarrer dürften also bereits dem Reformiertentum nahe gestanden haben.

Titelblatt der Bentheim-Tecklenburger Kirchenordnung von 1588 (Druck 1619).

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Die Revolution von 1918 und die Anfänge der Demokratie

Lingener Geschichte im Bild (67)

Demonstration auf dem Lingener Marktplatz Ende 1918

Um das Ende des Ersten Weltkriegs und die Ereignisse in den ersten Nachkriegsjahren geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. 1918 war der Krieg für Deutschland endgültig verloren. Der Kaiser dankte ab und ging ins Exil in die Niederlande. Aus dem Kaiserreich wurde eine Republik. Doch die Folgen des Krieges wie Staatsbankrott, Wirtschaftskrise und Hyperinflation überschatteten auch in Lingen noch viele Jahre den Alltag der Menschen.

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Ein konfessioneller Ehestreit im Grafenhaus?

Welches Bekenntnis Graf Everwin von Bentheim wirklich hatte

Im Jahr 1560 kam es im gräflichen Haus Bentheim zum gewalttätigen Höhepunkt eines bereits einige Jahre andauernden Ehestreits: Graf Everwin von Bentheim-Tecklenburg (1536–1562) ließ seine Gemahlin Anna (1530–1582) gefangen setzen und in den Turm der Burg sperren. Dort musste die Gräfin mehrere Wochen ausharren, bis sie ihr Vetter, Graf Christoph von Oldenburg, aus ihrer Gefangenschaft befreite. Nach diesem Eklat wurde 1560 in Osnabrück ein Vertrag aufgesetzt, der zur Versöhnung des Paares beitragen sollte.

Graf Eberwin III. von Bentheim-Steinfurt (1536-1562) im Alter von 25 Jahren, 1560, gemalt von Hermann tom Ring. Bild: Wikimedia commons.

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Lingen im Ersten Weltkrieg

Lingener Geschichte im Bild (66)

Kriegslazarett im Saal des Hotels Nave

Lingen in der Zeit des Ersten Weltkriegs steht im Mittelpunkt der heutigen Folge unserer Geschichtsserie von EL-Kurier und Emslandmuseum. Zwar fanden damals im Emsland keine Kampfhandlungen statt und Lingen war noch nicht einmal Garnisonsstadt, aber die Folgen des Krieges für die Lingener Soldaten an der Front und für die Zivilisten in der Heimat waren einschneidend.

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