1966 öffnet das Hallenbad am Nordring

Lingener Geschichte im Bild (85)

1966 öffnete das Hallenbad am Nordring – heute steht dort ein Kino-Center

Viele, die unsere heutige Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier lesen, verbinden mit dem Hallenbad am Nordring noch eigene Erinnerungen. 1966 wurde dieses Bad eröffnet, an dessen Stelle heute ein Kinocenter steht.

Die vier Schwimmbahnen waren 25 Meter lang

Mit dem Aufbau des Industriestandortes Lingen nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen auch die Investitionsmöglichkeiten der Stadt. Gleichzeitig ermöglichte das deutsche „Wirtschaftswunder“ kürzere Arbeitszeiten und eröffnete damit neue Wünsche für die Freizeitgestaltung. Hierzu gehörten damals die Hallenbänder, die Schwimmsport und andere Aktivitäten im Wasser auch in der kühlen Jahreszeit möglich machten.

Konsequent morderner Baustil

Anfang der Sechzigerjahre wurde der Wunsch nach einem Hallenbad in Lingen in die Tat umgesetzt. Als Standort wählte man 1963 den früheren Sportplatz an der Wilhelmshöhe, der in die neuen Sportanlagen an der Teichstraße verlegt wurde. Im November 1964 erfolgte der erste Spatenstich und am 30. Januar die offizielle Grundsteinlegung. Am Juli 1965 feierten die Stadtväter und die Bauleute das Richtfest und am 6. Oktober 1966, passend zur Jahreszeit, nahm das Bad seinen Betrieb auf. Die Baukosten betrugen 1,7 Millionen D-Mark.

Der Standort an Wilhelmshöhe lag nicht nur zentral, sondern auch am neu ausgebauten Nordring (heute Willi-Brand-Ring), der neuen Hauptstraße für den Durchgangsverkehr im Norden der Stadt, so dass jeder die neueste Errungenschaft der Stadt im Vorbeifahren sehen konnte. Die konsequent moderne Architektur des Gebäudes, das in eine hohe Sanddüne hineingebaut wurde, sorgte damals für Aufsehen. Durch die großen Glasfronten auf der Rückseite konnte man vom Schwimmbecken aus in den Baumbestand der Wilhelmshöhe blicken.

Vier Bahnen von 25 Meter und ein Dreimeter-Sprungturm

Das Bad umfasste ein Schwimmbecken von 10 mal 25 Metern mit vier Bahnen. Auch ein Einmeter-Sprungbrett und ein Dreimeter-Sprungturm waren vorhanden. Die Umkleideräume befanden sich auf der oberen Etage. Auch Dusch- und Wannenbäder standen zur Verfügung, denn in den Sechzigerjahren hatte längst noch nicht jeder Haushalt in Lingen ein eigenes Badezimmer mit Dusche oder Badewanne.

Künstlerische Ansicht des Hallenbades am Nordring von 1966

Generationen von Lingenern haben im Hallenbad am Nordring Schwimmen gelernt und die dortigen Bademeister waren eine Institution in der Stadt. Mit der Eröffnung des Linus-Bades stelle das Hallenbad am Nordring den Betrieb ein und wurde anschließend zu einem Kinocentrum umgebaut.