Die Einnahme Lingens 1518
An einem kalten Novembertag des Jahres 1518 ereignete sich in der Stadt Lingen ein Vorfall, der an Raffinesse und Kühnheit kaum zu überbieten ist. Am 6. November näherte sich ein Mann, der als Bote des Bischofs von Münster, Herzog Erich von Sachsen-Lauenburg, ausgewiesen war, mit einem Kastenwagen dem Stadttor. Da er freies Geleit genoss und keinen Verdacht erregte, wurde ihm Einlass gewährt. Doch kaum hatte sich das Tor geöffnet, sprang bewaffnetes Fußvolk aus dem Wagen, überwältigte den Pförtner und setzte die Stadtsicherung außer Kraft. Kurz darauf erschien der münsterische Bischof selbst und weiteren gerüsteten Männern. Lingen wurde im Handstreich besetzt.

Handlungen im Streit zwischen Münster und Tecklenburg-Lingen. Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster (Dep.), Handschriften, Nr. 329.
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