Zwischen Biene und Geeste ist auf einer alten Karte aus dem Jahr 1794 nördlich des Geester Esch und nördlich des Biener Hofes Bokschulte die Bezeichnung „Landwehr“ sowie zwischen dem Biener und Geester Feld „Alte Landwehr“ eingetragen. Doch worum handelt es sich bei einer Landwehr eigentlich?
Landwehr-Eintragungen auf der Grenzkarte von 1794.
Ehrenbogen zum Stadtjubiläum 1928 an der Wilhelmshöhe
In Lingen gab es 1928 eine „600-Jahrfeier“ und heute ist die Stadt schon über 1000 Jahre alt. Wie das möglich ist und warum das vermeintliche Gründungsjahr der Stadt im Jahre 1327 heute nicht mehr gültig ist, beleuchtet die 71. Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier.
Ausgrabung erbrachte sensationelle Erkenntnisse für die Vergangenheit unserer Stadt
Von Lukas Dziubek
Bundesfreiwilligendienstler am Emslandmuseum Lingen
Eigentlich wollte ich nur mal schauen, wie der Arbeitsalltag in der Lingener Stadtarchäologie abläuft. Dass ich dann aber direkt an der Ausgrabung einer sensationellen Entdeckung beteiligt war, hätte ich mir nicht träumen lassen…
Lukas Dziubek in der Ausgrabung. Foto: Dr. Dieter Lammers/Stadt Lingen.
Über eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der Stadt Lingen Lingen berichtet die heutige Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Denn am 1. Juni 1927 zog eine gewaltige Windhose, von den Niederlanden und durch die Grafschaft Bentheim kommend, über Schepsdorf und das Lingener Stadtzentrum hinweg in Richtung Oldenburg.
Warum emsländische Bauernsöhne ins Kloster eintraten
Welchen Lebensweg konnte ein Bauernsohn im 16. Jahrhundert einschlagen? Unsere allgemeine Vorstellung dieser fernen Zeit ist von der mittelalterlichen Ständelehre geprägt, durch die der Werdegang eines damaligen Zeitgenossen als recht festgelegt erscheint: Wer als Bauer geboren wurde, starb auch als Bauer. Doch war die historische Wirklichkeit nicht ganz so statisch wie das Bild, das wir von ihr haben. Das zeigen die Lebenswege einiger Landkinder aus dem nördlichen Münsterland und dem angrenzenden Emsland, die sich aus den Unterlagen des Kreuzherrenkloster Bentlage bei Rheine erkennen lassen:
Nordflügel des Kreuzherrenklosters Bentlage. Foto: Emslandmuseum Lingen.
1925 wurde die Bürgermeistervilla an der Wilhelmstraße fertiggestellt
Eines der schönsten Baudenkmäler in Lingen steht im Mittelpunkt der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier: Die Bürgermeistervilla an der Wilhelmstraße, die heute als Kulturvilla bekannt ist. 1923 entwarf der Lingener Architekt Hans Lühn (1886-1932), ein Sohn des Bauunternehmers Lühn, für die Stadtverwaltung das Wohn- und Dienstgebäude für den Bürgermeister, das mit seiner schlichten, aber wirkungsvollen Gestaltung bis heute beeindruckt.
An einem kalten Novembertag des Jahres 1518 ereignete sich in der Stadt Lingen ein Vorfall, der an Raffinesse und Kühnheit kaum zu überbieten ist. Am 6. November näherte sich ein Mann, der als Bote des Bischofs von Münster, Herzog Erich von Sachsen-Lauenburg, ausgewiesen war, mit einem Kastenwagen dem Stadttor. Da er freies Geleit genoss und keinen Verdacht erregte, wurde ihm Einlass gewährt. Doch kaum hatte sich das Tor geöffnet, sprang bewaffnetes Fußvolk aus dem Wagen, überwältigte den Pförtner und setzte die Stadtsicherung außer Kraft. Kurz darauf erschien der münsterische Bischof selbst und weiteren gerüsteten Männern. Lingen wurde im Handstreich besetzt.
Handlungen im Streit zwischen Münster und Tecklenburg-Lingen. Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster (Dep.), Handschriften, Nr. 329.
Bürgermeister Gilles (Mitte) und Honoratioren der Stadt (um 1925)
Die Zeit zwischen dem Kriegsende 1918 und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 steht im Mittelpunkt der aktuellen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. Man nennt diese Jahre auch die Zeit der „Weimarer Republik“, denn die Nationalversammlung, auf der eine neue Verfassung erarbeitet wurde, tagte 1919 in Weimar.
1588 erließ Graf Arnold von Bentheim-Tecklenburg-Steinfurt (1554–1606) eine reformierte Kirchenordnung in seinen Herrschaftsgebieten. Doch wie ging er eigentlich praktisch dabei vor, um sein Vorhaben auch um- und durchsetzen zu können?
Arnold selbst neigte nach seinem Studienaufenthalt in Straßburg, wo er mit den Lehren Johannes Calvins in Berührung kam, dem reformierten Bekenntnis zu. Bereits seit 1574 ließ er in seiner Bentheimer Schlosskapelle für sich und seine Familie den Gottesdienst in reformiertem Ritus feiern und berief dazu auch einen calvinistischen Prädikanten als Hofprediger: Johann Kemener. Der Schritt, auch in seinen Landen das reformierte Bekenntnis einzuführen, erfolgte aber erst über ein Jahrzehnt später. Im Herbst 1587 berief er in Tecklenburg eine Versammlung ein. Dort fanden sich neben den gräflichen Räten auch einige Landadelige ein, die auch der reformierten Lehre zuneigten. Ferner waren die Pastoren von Tecklenburg, Nordhorn und Schüttorf zugegen. Auch diese Pfarrer dürften also bereits dem Reformiertentum nahe gestanden haben.
Titelblatt der Bentheim-Tecklenburger Kirchenordnung von 1588 (Druck 1619).
Demonstration auf dem Lingener Marktplatz Ende 1918
Um das Ende des Ersten Weltkriegs und die Ereignisse in den ersten Nachkriegsjahren geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier. 1918 war der Krieg für Deutschland endgültig verloren. Der Kaiser dankte ab und ging ins Exil in die Niederlande. Aus dem Kaiserreich wurde eine Republik. Doch die Folgen des Krieges wie Staatsbankrott, Wirtschaftskrise und Hyperinflation überschatteten auch in Lingen noch viele Jahre den Alltag der Menschen.