Fritz Linnemann erlebt als Siebenjähriger das Kriegsende
Bei der Rückkehr vom Hof Diekamp in Altenlingen sieht die Familie Linnemann die schweren Zerstörungen in der Innenstadt und den ausgebrannten Baublock zwischen Marktplatz und Burgstraße
Als Siebenjähriger erlebte der spätere Fahrrad- und Nähmaschinenmechaniker Fritz Linnemann (1938-2018) das Kriegsende in Lingen. Seine Familie wohnte in der Kivelingstraße in der Innenstadt. In der Nachbarschaft wohnte auch die Familie seines Onkels, der eine Autowerkstatt betrieb. Die Familie Linnemann flüchtete vor den Kampfhandlungen zum Bauern Diekamp in Altenlingen. Geschrieben hat Fritz Linnemann den Bericht 1952 für eine Schülerarbeit der Paul-Gerhard-Schule (ev. Volksschule) mit dem Titel „Aus der Geschichte Lingens“. Der Titel „Vor 7 Jahren“ ist angelehnt an eine gleichnamige Serie von Zeitungsartikeln mit Erinnerungen an das Kriegsende in Lingen, die im Frühjahr 1952 im Lingener Volksboten erschienen.
Das Haus und Geschäft der Familie Linnemann in der KivelingstraßeWeiterlesen →
Tresor der früheren Landeszentralbank hat noch nicht verspielt
Hartnäckig zeigt sich während der Bauarbeiten der Tresorraum der früheren Landeszentralbank
Noch immer kämpft sich eine Spezialfirma aus Dortmund mit ihrer Betonsäge durch die Decke und die Wände des Tresorraums der früheren Landeszentralbank. Doch allmählich lockern sich die in handliche Blöcke zerteilten Betonstücke und können demnächst abtransportiert werden.
Besondere Entdeckungen konnten im Tresorraum leider nicht mehr verzeichnet werden. Weder Reichsmark, D-Mark noch Euro – und schon gar keine Goldbarren.
Von einem früheren Mitarbeiter der Landeszentralbank erhielt das Emslandmuseum aber bereits vor längerer Zeit zahlreiche Erinnerungsstücke aus der Geschichte der Landeszentralbank, früher Reichsbank, in Lingen. Dieses werden demnächst an dieser Stelle einmal vorgestellt.
Während die Sprenung der Friedhofsbrücke misslang, wurde die Kanalbrücke an der Lindenstraße von den Deutschen gesprengt. Wenige Tage später errichteten die Engländer hier eine Pontonbrücke
Jakob Jansen (1912-1980), der spätere Schmiedemeister und Bürgermeister von Lengerich, gehörte zu einer Pioniereinheit der Wehrmacht. Seit Ende 1944 befand er sich in einem Lazarettaufenthalt in Süddeutschland und erhielt dort beim Herannahen der Front Heimaturlaub zur weiteren Genesung. Als er in Lengerich ankam erhielt er jedoch den Befehl, sich sofort in der Lingener Kaserne zu melden. Dort übernahm er einen besonderen Auftrag. Darüber berichtete Jansen 1975 in einem Schreiben.
Jakob Jansen (1912-1980) erhielt 1945 den Befehl zur Sprengung der Friedhofsbrücke
„Vom 1. November 1944 bis zum 20. März 1945 lag ich wegen
Ausheilung einer feuchten Rippenfellentzündung im Lazarett in Miltenberg am
Main. Der Rückzug der deutschen Truppen vollzog sich an allen Fronten; in den
Nächten hörte man den immer stärker werdenden Kanonendonner aus der Gegend von
Karlsruhe-Landau. Alle Lazarettkranken, die gehfähig waren, wurden deswegen in
andere Lazarette geschickt oder bekamen Genesungsurlaub. Ich erhielt
Genesungsurlaub vom 20. März bis 11. April 1945 nach meinem Wohnort Lengerich,
Kreis Lingen. Die Züge waren überfüllt, und ich konnte nur noch einen Platz auf
einem offenen Güterwagen finden. Der Zug fuhr in Richtung Fulda. Da jedoch ein
reger feindlicher Luftverkehr herrschte, stand der Zug tagsüber in einem Tunnel
und fuhr erst in der Nacht weiter über Fulda, Kassel, Hannover nach Bremen. Von
Bremen aus ging die Fahrt über Leer nach Lingen, und in den Abendstunden
erreichte ich Lengerich.
Nach einer pflichtgemäßen Meldung beim Bürgermeister Gerhard
Pape erfuhr ich, daß ein Befehl vorliege, wonach sich alle
Wehrmachtsangehörigen, ob Kranke oder Urlauber, bei der Standortverwaltung in
Lingen melden müßten.
In den Kasernen wimmelte es von Soldaten aller
Waffengattungen, so daß beim stündlichen Antreten zur Feststellung der
Truppenzugehörigkeit strenge Maßstäbe angelegt wurden. Soldaten ohne Papier
wurden besonders genau überprüft, und meines Wissens tagte in den oberen
Kasernenräumen ein Kriegsgericht. Es wurden aber keine Todesurteile ausgesprochen,
sondern lediglich Arreststrafen verhängt. Soweit zu diesem Punkt meiner
Erinnerung.
Inzwischen waren die alliierten Truppen, Engländer und Kanadier, in Bentheim. Da ich einer Pioniereinheit angehört hatte,
Ostern 1945 stand die Front vor Lingen. Genau 75 Jahre liegen die hier geschilderten Ereignisse nun zurück. Der für morgen geplante „Tag der Zeitzeugen“ im Museum muss wegen des Corona-Virus leider ausfallen, aber was damals passierte, erfahren Sie hier.
Paul Heine aus Baccum wurde kurz von Kriegsende als Vierzehnjähriger eingezogen
Am 5. März 1945 hatten Staatssekretäre im Reichministerium
in Berlin den Beschluss gefasst, die Angehörigen der Jahrgänge 1929 und 1930
aus den vom Feind bedrohten Gebieten zurückzuziehen. Die „Einberufung“ der noch
nicht der Wehrerfassung unterliegenden Jugendlichen hatte die besondere
Genehmigung des Führers erforderlich gemacht. Das deutsche Volk musste ja – wie
Hitler es formulierte – „in der schwersten Zeit der deutschen Geschichte, wo es
um Sein oder Nichtsein des ganzen Volkes geht, zu größten Opfern bereit sein“.
Die Jahrgänge 1928 und 1929 hatten bereits eine
vormilitärische Ausbildung erhalten. Angehörige des Jahrgangs 1928 waren z.T.
schon im Fronteinsatz. Als das Kampfgeschehen im März 1945 bedenklich näher
rückte, wurden die Räume Schüttorf-Bentheim-Nordhorn-Lingen als vom Feind
bedroht eingestuft. Die Auflösung der „Wehrertüchtigungslager“ wurde
vorbereitet, ebenso die Zurückziehung des Jahrgangs 1930. Die Angehörigen der
Jahrgänge 1928 und 1929 sollten dem Volkssturm angegliedert werden, zur
Stärkung der Heimatfront.
Paul Heine berichtet als Zeitzeuge über das Kriegsende (Foto 2005)
Dienstag, den 27. März, war es dann soweit, dass die Angehörigen des Jahrgangs 1930 ihre Einberufungsbefehle erhielten. Im Einzugsbereich des Wehrertüchtigungslagers Baccum hatten sich die 14- bis 15jährigen Jungen am 29. März (Gründonnerstag) bei der Baccumer Schule einzufinden. Als Verwendungszweck wurde eine langfristige Schanzzeit (Stellungsbau) angegeben. Mitzubringen waren: Leibwäsche, derbe Kleidung und Schuhwerk, eine Decke und für drei Tage Verpflegung. In Baccum, Ramsel und Münnigbüren hatten acht Jugendliche Einberufungsbefehle erhalten, es erschienen jedoch nur fünf. Bei den Einberufungen anderer Gemeinden war es ähnlich.
Treffpunkt für die Eingezogenen war die Schule in Baccum
Als Angehöriger des Jahrgangs 1930 musste ich auch einrücken. Ich möchte deshalb zur Vervollständigung der Ereignisse jener Zeit meine Erlebnisse schildern: Von der Führung des inzwischen aufgelösten Wehrertüchtigungslagers begleitet, marschierte unsere Gruppe, es mögen etwa 70 bis 80 Jugendliche gewesen sein, noch am selben Abend nach Freren. Für die Übernachtung
Johannes Muis war zu Zeiten der deutschen Besatzung in den
Niederlanden untergetaucht und hatte sich, wie viele Gleichgesinnte, im damals
gerade trockengelegten Noordoostpolder unter den vielen dort tätigen Landarbeitern
verborgen. Hier wurde er am 17. November 1944 bei einer Razzia in der Nähe von
Vollenhove verhaftet und als Zwangsarbeiter nach Lingen verschleppt.
Die Landarbeiter im Noordoostpolder wurden als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt
Die Niederländischen Zwangsarbeiter mussten am Bau der „Emsstellung“ arbeiten
Muis kam nach Wachendorf und musste mit vielen hunderten
weiteren Niederländern den Winter über am Bau der „Emsstellung“, einem System
von Panzergräben westlich der Ems, arbeiten. Bei schlechtem Winterwetter kamen
die Arbeiten nur langsam voran. Die Zwangsarbeiter wurden von ihren Bewachern
schlecht behandelt, die waren Unterkünfte unzureichend und die Verpflegung miserabel.
Der Auszug aus dem nicht ohne Humor und Ironie verfassten Tagebuch beginnt mit dem 1. April – am Tag zuvor waren die meisten Niederländer aus Wachendorf abkommandiert worden. Muis ist nach der Auflösung des Lagers Wachendorf gleich zum Bauern Steffens gegangen und hat dort zum ersten Mal seit Monaten wieder in einem Bett geschlafen. Der Text wurde vom Emslandmuseum aus der niederländischen Originalfassung übertragen und leicht gekürzt.
Ausweis von Johannes Muis, geb. 1919 in Zuidwolde
Arbeitsschein für Johannes Muis im Noordoostpolster
Das Tagebuch von Johannes Muis „5 maanden Duitsland“
Muis hatte sich mittlerweile mit dem Bauern Steffens angefreundet. Beim Herannahen der Front wurden die meisten holländischen Arbeiter Ende März nach Ostfriesland verlegt. Beim Abmarsch meldete Muis sich krank. Er und einige weitere Niederländer blieben nun als Landhelfer bei verschiedenen Bauern in Wachendorf, die zusätzliche Arbeitskräfte gut gebrauchen konnten.
In seinem Tagebuch schildert der Zeitzeuge, wie in diesen Tagen einige Nazis immer rabiater und brutaler wurden, andere aber schon versuchten, sich bei den Gefangenen anzubiedern. In Wachendorf erlebte Muis am 3. April die Eroberung der unzerstörten Emsbrücke durch die englischen Soldaten. Aus der Ferne konnte er auch die Kämpfe um Lingen beobachten, die der Stadt Tod und Zerstörung, ihm aber die Freiheit brachten.
Der Kampf um die Wachendorfer Brücke auf einem englischen Historienbild von 1989
Der Auszug aus dem nicht ohne Humor und Ironie verfassten Tagebuch beginnt mit dem 1. April – am Tag zuvor waren die meisten Niederländer aus Wachendorf abkommandiert worden. Muis ist nach der Auflösung des Lagers Wachendorf gleich zum Bauern Steffens gegangen und hat dort zum ersten Mal seit Monaten wieder in einem Bett geschlafen. Der Text wurde vom Emslandmuseum aus der niederländischen Originalfassung übertragen und leicht gekürzt.
„Sonntag, 1. April, 1. Ostertag
Freundliches, etwas feuchtes Wetter.
Herrlich geschlafen in einem echten Bett. Morgens die
notwendigen Arbeiten verrichtet und danach durch das Weideland spaziert, um Kibitzeier
zu suchen.
Seit heute Mittag ist reger Verkehr auf der Straße, viele
durchziehende Truppenteile, die von unserer früheren Lagerunterkunft Gebrauch
machen.
P. den Besten schreibt an seine Verwandten in der Heimat
Nach der Landung in der Normandie
(6.6.1944) wurde bald klar, dass die Invasion der Alliierten nicht mehr zu
stoppen war und sie unaufhaltsam auf Deutschland vorrückten.
Zur deutschen Durchhaltepropaganda
gehörte der Bau der „Emsstellung“ im Herbst 1944. Dies war ein weitläufiges
System von „Panzerabwehrgräben“, mit denen man die Alliierten schon westlich
der Ems im Raum Elbergen-Lohne aufhalten wollte.
Da Baumaschinen nicht zur Verfügung
standen, mussten tausende von Dienstverpflichteten (Rentner, Frauen, Hitlerjugend
usw.) die Gräben mit der Schaufel per Muskelkraft ausheben. So konnte man
Aktionismus verbreiten und den Durchhaltewillen stärken.
Als die deutschen Arbeitskräfte nicht
reichten, wurden tausende niederländische Zwangsarbeiter eingesetzt, die man im
November 1944 bei großen Razzien verhaftet und nach Lingen verschleppt hatte.
Sie arbeiteten den ganzen Winter hindurch bis in den März 1945 an den
Stellungen und wurden beim Näherrücken der Front nach Norddeutschland verlegt.
Aufgrund baulicher Mängel und fehlender Bewaffnung erwies sich die Emsstellung als völlig unbrauchbar. Sie wurden von der Wehrmacht nie genutzt und von den englischen Panzern bei ihrem Vormarsch noch nicht einmal bemerkt.
Aus dem Lager in Bernte schrieb P. den Besten am 2.12.1944 an seine Verwandten
„Ich kann nicht zu ihm hin, denn wir dürfen nicht ohne Bewachung gehen.“
Von einem Niederländer in Lingen erhielt das Emslandmuseum die hier dargestellte Postkarte, die P. den Besten Anfang Dezember 1944 an seine Verwandten im niederländischen Kampen schickte. Viele der Zwangsarbeiter beim Bau der Emsstellung stammten aus Kampen und Umgebung.
Der Text wurde aus dem niederländischen Original ins Deutsche übertragen:
Absender
P. den Besten
R.K. Volksschule
Bernte
Kreis Lingen-Ems
Deutschland
Fam. J.F. den Besten
Wiik I-282
Ijsselmuiden
Post Kampen
Bernte, 2/12 - 44
Liebe Eltern,
hier seit einigen Tagen eingelebt, aber noch keine Gelegenheit gehabt zu schreiben. Bernte ist ein Bauerndorf von meiner Schätzung nach rund acht Bauernhöfen. Wim habe ich vergangene Woche Donnerstag Morgen in Lingen gesprochen. Er arbeitet in den Zelten des Lagers. In Lingen hat der Lagerführer von der O.T. [= Organisation Todt] mir auch eine Stellung als Schreiber angeboten, aber ich geh lieber mit den Kameraden in der Gruppe zum arbeiten. Wim wird wohl immer noch in Lingen sitzen. Ich kann nicht zu ihm hin, denn wir dürfen nicht ohne Bewachung weggehen.
Von Rennie weiß ich nichts. Ich hoffe, dass Ihr wohl wisst, wo er steckt.
Das Essen, das wir hier bekommen, ist gut. Den zweiten Tag als wir hier waren hatten wir Huhn und Hasenwild, die überigen Tage Suppe und Fleisch mit Erbsen. Auch bekommen wir abend immer einen Brei, der auch sehr gut ist.
Zu Hause ist, wie ich hoffe, alles noch gut, nicht? Jassie und Gesje werden uns wohl vermissen, aber vielleicht dürfen wir ja bald wieder nach Hause.
Da ich keinen Platz mehr habe, muss ich aufhören.
Herzlichen Gruß und auf baldiges Wiedersehen
P. den Besten.
Dass den Besten hier das gute Essen lobt, ist offenbar der Zensur der Postkarten durch die deutschen Ausseher geschuldet. Johannes Muis schreibt in seinem Bericht aus Wachendorf über die sehr unzureichende Verpflegung, nicht nur für die Zwangsarbeiter, sondern auch für die dort ebenfalls zwangsverpflichteten Volkssturmmänner.
War der Erste Weltkrieg noch eine Angelegenheit des Militärs mit verlustreichen Stellungs- und Grabenkämpfen, so richteten sich die Bombenangriffe im Zweiten Welt auch unmittelbar gegen die Zivilbevölkerung des Feindes. Das bekamen bald auch Lingen und das Emsland zu spüren.
Hinter der Fassade der früheren Werkstatt Tölsner aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts steckt eines der ältesten Bürgerhäuser von Lingen
Restauriert wird seit einigen Wochen das denkmalgeschützte Haus Schlachterstraße 34. Eine Untersuchung der Bauhölzer ergab, dass diese Hauses 1549, also im Jahr nach dem großen Lingener Stadtbrand, neu errichtet wurde. Über 100 Jahres war das Haus im Besitz der Familie Tölsner, die dort zuletzt eine Werkstatt betrieb. Die jetzige Eigentümerin plant nach dem Umbau dort ein Cafè.
Von dem ursprünglichen Fachwerkhaus ist vor allem noch die originale Balkenlage aus starken, rauchgeschwärzten Eichenbalken erhalten. Rauchgeschwärzt deshalb, weil dieses Haus im 16. Jahrhundert noch ein Rauchhaus mit einem offenen Herdfeuer war. An den Balken kann man die Raumaufteilung des Hauses von 1549 noch gut nachvollziehen. Etwa an der Stelle der heutigen Haustür befand sich damals ein Torbogen, durch den man auf eine große Diele gelangte. Links davon waren kleinere Räume abgetrennt.
An der Rückseite zur Elisabethstraße sind Teile des alten Fachwerks noch sichtbar
Die Balkenlage des Hauses stammt in großen Teilen noch aus dem Baujahr 1549
Schon kurz nach dem Neubau entstand auf dem Rückgrundstück
ein schmaler Anbau. Er wurde aus gebrauchtem Holz erreichtet, und zwar aus
einem Altbau von 1447. Ob dieser an der Stelle des heutigen Hauses gestanden
hatte oder das Holz nach dem Stadtbrand von 1548 anderswo auf Abbruch erworben
wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. Die Verwendung von Altholz war
besonders nach einem Stadtbrand nicht ungewöhnlich. Die Lingener
Stadtrechnungen aus dieser Zeit berichten zum Beispiel über den Erwerb von
Abbruchholz in Schapen, um daraus die Schule in Lingen zu errichten.
Ein großer Umbau des Hauses fand Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Familie Tölsner statt, die bis dahin in einem Nachbarhaus gewohnt hatte. Joachim Tölsner kann sich noch erinnern, dass sein Großvater immer von einem Bauernhaus gesprochen hatte Damit meinte er wohl das alte Dielentor, dessen Spuren im früheren Giebelbalken noch erkennbar sind..
Zukünftig wird das Haus Gaststuben und auf den oberen Etagen
Wohnräume enthalten. Alles Baumaßnahmen wurden mit der Unteren Denkmalbehörde
der Stadt Lingen abgestimmt.
Ein spektakulärer Ankauf aus einer Versteigerung im renommierten Kunstauktionshaus Lempertz in Köln gelang jetzt erneut dem Lingener Emslandmuseum. Es handelt sich um einen über 300 Jahre alten Delfter Fayencekrug mit einer Silbermontierung des Goldschmiedes Anton Friedrich May (1699-1781), der seit etwa 1740 in Lingen tätig war. In den Silberdeckel hat Kruges hat May eine wertvolle Silbermünze eingearbeitet, einen Zweidritteltaler des Fürstentums Calenberg in Braunschweig- Lüneburg, datiert 1693.
Das Emslandmuseum besitzt aus seinem Altbestand bereits
einen vergleichbaren Krug, dessen Silbermontierung jedoch später gewaltsam entfernt
wurde. Vermutlich geschah dies gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die
Museumssammlung in Kisten verpackt und auf dem Dachboden der Hindenburgschule
(heute Overbergschule) ausgelagert wurde. Bei den Kämpfen um Lingen im Frühjahr
1945 gab es dort erhebliche Schäden und Verluste durch Beschuss, Raub und
Vandalismus. Umso mehr freut sich Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck über den
vorzüglichen Erhaltungszustand des jetzt erworbenen Stückes, das natürlich
einen Ehrenplatz in der Dauerausstellung erhält.
Dass „Delfter Blau“ in der damaligen Zeit in den Wohnstuben
der Lingener Bürgerhäuser sehr beliebt war, zeigen nicht nur die zahlreichen
überlieferten Stücke im Emslandmuseum. Auch Archäologische Gruppe entdeckte bei
ihren Ausgrabungen in der Innenstadt immer wieder Bruchstücke von Delfter
Keramik. Die kunstvoll mit blauer Bemalung dekorierte Keramik aus Delft
dokumentiert somit in besonderer Weise die engen kulturellen Beziehungen
zwischen Lingen Lingen und den Niederlanden. Dies möchte das Museum in der
zukünftigen Dauerausstellung noch deutlicher herausstellen.
Wegen des Corona-Virus ist das Emslandmuseum bis auf weiteres geschlossen. Laufende Informationen über die aktuellen Entwicklungen und Themen im Museum sowie über die Bauarbeiten am Erweiterungsbau des Museums gibt es ab sofort online auf diesem Museumblog.
Silbermünze im Deckel
Der Silberdeckel stammt vom Lingener Goldschmied May
Silbermünze im Deckel
Einen Delter Krug aus der Zeit um 1700 erwarb jetzt das Emslandmuseum