Archiv des Autors: Emslandmuseum Lingen

Geier oder Keilform?

Hat der Gierenberg etwas mit der Hinrichtungsstätte zu tun?

In der letzten Folge dieses Blogs ging es um die letzte öffentliche Hinrichtung auf dem Lingener Gierenberg, die an Gerhard Kruis alias Knapp Gerd vor genau 200 Jahren vollzogen wurde. Aber woher kommt eigentlich der Name der Richtstätte? Was bedeutet Gierenberg? Und hat der Name vielleicht etwas mit diesem schaurigen Ort zu tun?

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Berühmter Mörder, vergessenes Opfer

Vor 200 Jahren wurde „Knapp Gerd“ hingerichtet

„Knapp Gerds Grab“ an der Hinrichtungstätte im Laxtener Wald

Der bekannteste Mörder im Emsland, Gerhard Kruis alias Knapp Gerd, wurde vor genau 200 Jahren am 19. Juli 1825 auf dem Gierenberg in Laxten mit dem Schwert zum Tode befördert. Als „Knapp Gerds Grab“ ist die gruselige Stätte der Hinrichtung mitten im Wald bis heute bekannt und sogar mit einem Gedenkstein markiert – für den Mörder wohlgemerkt! Grund genug, hier einmal an das Opfer und den Mörder, die Hintergründe der Tat und den Ablauf der letzten öffentlichen Hinrichtung im Amt Lingen zu erinnern.

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Lingen und der Frieden von Münster 1648

Lingener Geschichte im Bild (29)

Der Frieden von Münster (1648) nach einem Gemälde von Gerard Terborg

Das berühmte Gemälde des Friedenschlusses von Münster im Jahre 1648 steht im Mittelpunkt der heutigen Folge der Serie „Lingener Geschichte im Bild“ von Emslandmuseum und EL-Kurier. Die auf vielen Bildern dargestellte Szene im Friedensaal des Rathauses zu Münster beendete nämlich keineswegs den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland, sondern den achtzigjährigen Freiheitskampf der Niederlande gegen den spanischen König. Und darin spielte Lingen eine wichtige Rolle.

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Der Wald der Dreher

Der Ortsname Dreierwalde

Einmal in die Welt gesetzte Ortsnamendeutungen sind oft sehr langlebig – selbst, wenn sie offensichtlich falsch sind. So hält sich bis heute hartnäckig die Ansicht, der Ortsname Dreierwalde gehe auf ‚drei Häuser im Wald‘ zurück. Doch wo sind, wenn dem so wäre, denn dann eigentlich die „Häuser“ im Ortsnamen geblieben, der nur aus den Teilen Dreier- und -walde besteht?

Auch das Gemeindewappen von Dreierwalde gibt die falsche Ortsnamenerklärung als „drei Häuser im Wald“ wieder.

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Rutger von Haersolte, Drost zu Lingen

Lingener Geschichte im Bild (28)

Das 1646 errichtete „Drostenhaus“ an der Ecke Marienstraße/Lookenstraße (1945 zerstört)

Um eine wenig bekannt, aber gleichwohl wichtige Persönlichkeit aus der holländischen Zeit in Lingen geht es in der heutigen Folge der Geschichtsserie von Emslandmuseum und EL-Kurier: den niederländischen Drost von Lingen Rutger von Haersolte (1605-1674). Dabei hat er als Drost, also als oberster Verwaltungsbeamter der Oranier, viele Spuren in der Stadt hinterlassen.

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Wer waren die Pusilinge?

Über manche Vornamen, die Eltern heute ihren Kindern geben, darf man sicherlich geteilter Meinung sein und auch trefflich streiten. Oftmals werden im Gespräch dann aber die alten Rufnamen beschworen, die – weil bekannt – als „normal“ empfunden werden. Doch mahnt der Historiker zu Vorsicht gegenüber derartigen Pauschalurteilen, weil sich im Laufe der Zeit die Namenmoden doch vielfach gewandelt haben.

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Das Palais Danckelmann (heute Amtsgericht)

Lingener Geschichte im Bild (27)

Das Palais Danckelmann auf einer Künstler-Ansichtskarte (um 1900)

Ein bedeutendes Baudenkmal an der Burgstraße erinnert an die Zeit der niederländischen Herrschaft in Lingen: das Palais Danckelmann, das heutige Amtsgericht. Wir stellen das Richterhaus von 1646 in der Serie von EL-Kurier und Emslandmuseum vor.

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Und sie ist doch ECHT!!!

Zur Überlieferungsgeschichte der Lingen-Urkunde von 975

Lingen hat jüngst das Jubiläum der Ersterwähnung seines Namens vor 1050 Jahren gefeiert. Grundlage ist eine Urkunde aus dem Jahr 975, die heute im Diözesanarchiv in Osnabrück lagert. Doch hat Robert Koop Zweifel an der Echtheit des Dokumentes erhoben.

Eine solche Skepsis ist in heutiger Zeit nicht unbegründet vor dem Hintergrund, dass die Urkundenforschung (Diplomatik) immer wieder Fälschungen aufdeckt und damit Festgeglaubtes erschüttert.

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Das Fachwerkhaus Hellmann von 1641

Lingener Geschichte im Bild (26)

Das Haus Hellmann von 1641 in Burgstraße 13

Auch Baudenkmäler sind Zeugnisse der Geschichte und deshalb stellt die Serie von EL-Kurier und Emslandmuseum heute das alte Fachwerkhaus Hellmann (Burgstraße 13) vor. Errichtet wurde es 1641 während der „holländischen Zeit“ in Lingen und gilt mit seiner reich beschnitzten Fassade als das schönste Fachwerkhaus im Emsland. Seine Giebelbalken zeigen geheimnisvolle Inschriften in mehreren Sprachen.

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Hopfen und Steine?

Woher der Name Hopsten kommt…

Die Gemeinde Hopsten grenzt in ihrer heutigen Ausdehnung an viele Orte des südlichen Emslandes an. Doch woher rührt eigentlich der merkwürdige Name der Nachbargemeinde? Hat der Ortsname Hopsten vielleicht etwas mit Hop-fen (niederdeutsch Hoppen) oder mit Stein (niederdeutsch Sten) zu tun? Oder nannte sich der im 13. Jahrhundert lebende Adlige Friedrich von Hopsten nach seinem Hof, der „up’n hop set“, also der auf einem Haufen saß? Letztere Erklärung ist jedenfalls im Volksmund überliefert – und sie ist gar nicht so falsch wie manch andere landläufige Deutung von Ortsnamen in der Region. Allerdings erfasst sie nicht das gesamte Potential, das der Ortsname Hopsten als Geschichtsquelle für die Ortsgeschichte Hopstens zu bieten hat.

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