Bis zum letzten Augenblick drohten Bomben und Beschuss
Über die Aabrücke in Dreierwalde stießen die englischen Panzer überraschend bis zum Bahnhof Spelle vor
Der Speller Heimatforscher Helmut H. Boyer (1929-1993) schrieb Anfang der 90er-Jahre nach den Angaben verschiedener Zeitzeugen sowie aus Notizen in örtlichen Chroniken einen Beitrag zum Kriegsende in Spelle. Er konnte dabei
Ein Pastor beschreibt das Kriegsgeschehen im Kreisgebiet
Wehrmachtssoldaten vor der Gastwirtschaft Robbe in Lengerich
Von 1908 bis 1947 wirkte Hermann Meier als Pastor der reformierten Gemeinden in Lengerich und Thuine. Sein Pfarrhaus stand in Lengerich direkt neben der Kirche im Mittelpunkt des Dorfes. Kurz nach dem Kriegsende
Emslandmuseum bleibt auch über die Feiertage geschlossen
Die Darstellung des Osterwunders auf einer Fliesenwand in einem alten Bauernhaus bei Haselünne
Wegen der Corona-Krise bleibt das Emslandmuseum in diesem Jahr über die Ostertage geschlossen. Die Museumsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben – wie Sie hoffentlich auch – in diesem Jahr Ostern zu Hause.
Das Bauernhaus Frericks in Thuine ging beim Durchzug der Front im April 1945 in Flammen auf
Elisabeth Hofschulte stammte von dem großen Bauernhof Hofschulte mitten in Freren direkt neben der katholischen Kirche. Sie war Lehrerin und während des Krieges an der Schule in Haselünne tätig. Ihr Bruder Alois befand sich als Soldat im Einsatz. Das Kriegsende erlebte sie in ihrem Elternhaus in Freren und
Karfreitagsgedanken zur Kapelle im St. Bonifatiushospital
Die Kapelle im St. Bonifatiushospital
In diesen Tagen richten sich viele Blicke auf das St. Bonifatius-Hospital. Mit Dankbarkeit bewundern viele den Einsatz des dortigen Personals auch in Krisenzeiten, wenn das Krankenhaus zum Ort der Hoffnung wird. Ein besonderer Raum im Bonitius-Hospital ist die dortige Krankenhauskapelle, die den Mittelpunkt der Krankenhausseelsorge bildet. In den 70er Jahren wurde das Gebäude im Stil der Kirchen des Zweiten Vatikanischen Konzils als sogenannten „Zeltkirche“ mit schrägwinkeligem Grundriss und einer mehrfach abgewinkelten
Der Aufgang zur den Kriegsgräbern auf dem Neuen Friedhof in Lingen 2020
Bei den Kämpfen um Lingen im April 1945 fanden über 100 deutsche Soldaten und 27 Zivilisten den Tod. Auch viele englische Soldaten kamen damals ums Leben. Das ganze Drama der Kämpfe um Lingen offenbart sich bei einem Spaziergang über das eindrucksvolle Kriegsgräberfeld auf dem Neuen Friedhof. Außerdem befinden sich dort noch zwei separate Grabanlagen für ausländische Soldaten und Kriegsgefangenen, die im Emsland starben und in Lingen begraben wurden. Ein großer Friedhof für Kriegstote befindet sich außerdem in Thuine, wo Kloster und Krankenhaus während des Krieges als Lazarett für Kriegsgefangene eingerichtet wurden.
Elisabeth Wempe, geb. Voges, erlebte die schweren Kämpfe zwischen Lingen und Laxten
Um die Hindenburgschule (heute Overbergschule) für feindliche Flugzeuge als Lazarett kenntlich zu machen, wurde auf dem Schulhof ein große Rotes-Kreuz-Zeichen markiert. Im Hintergrund die Josefs-Kirche in Laxten.
An der östlichen Peripherie der Stadt direkt an der Grenze zu Laxten entstand Anfang der 1930er-Jahre für die Schüler jenseits der Bahnlinie die Hindenburgschule (heute Overbergschule). Das große Schulgebäude hatte Betondecken, war voll unterkellert und besaß eine Turnhalle, die als Mehrzweckraum genutzt werden konnte. Kurzum: in Kriegszeiten ein idealer Standort für militärische Zwecke.
Der Zweite Weltkrieg brachte unvorstellbares Leid über ganz Europa. Seit 75 Jahren herrscht nun Frieden. Aber Frieden kommt nicht von alleine. Er muss immer wieder erneuert und verteidigt werden – gegen Nationalismus, Imperialismus, Rassismus und Gleichgültigkeit. Daran kann jeder mitarbeiten. Heute schon.
Das Lingener Krankenhaus vor dem Zweiten Weltkrieg (Ansichtskartensammlung Emslandmuseum Lingen)
Paul Germer (1926-2019) will sich nach dem Kampf um die
Brücke von Remagen als Schwerverletzter in seinen Heimatort Wietmarschen
durchschlagen. Als er am Bahnhof in Lingen ankommt, ist der Weg dorthin durch
die herannahende Front schon abgeschnitten. So beschließt er, sich in das
Lingener Krankenhaus zu begeben.
Dort erlebt er aus unmittelbarer Nähe den Häuserkampf in der Lingener Innenstadt, die Einlieferung von immer mehr schwer verwundeten Soldaten in das von Strom und Wasser abgeschnittene Krankenhaus. Viele Sterben an ihren Verletzungen und durch den Beschuss, der auch am Bonifatius-Hospital nicht spurlos vorübergeht. Über seine Erlebnisse beim Kriegsende in Lingen berichtete Paul Germer im Jahr 1994 in einem Interview mit Dr. Andreas Eiynck:
Paul Germer im Jahr 2012 in seiner Baumschule in Füchtenfeld (Foto: Use-Magazin, Susanne Austrup)
„Ich war damals gerade 18 Jahre alt. Im März 1945 kam ich als Wehrpflichtiger zur Ausbildung nach Dänemark und wurde mit der „Kampfgruppe Dänemark“ Anfang März an den Brückenkopf von Remagen abkommandiert. Dort gerieten wir unter stärksten Artilleriebeschuss der Amerikaner und ich wurde durch einen Granatsplitter am Rücken verwundet. Trotz meiner Verwundung machte ich mich auf den Weg in mein Heimatlazarett.
Die Lingenerin Käthe Niehüser heiratete 1943 den Soldaten
Josef Contzen (1915-2011), der aus Krankheitsgründen vom Fronteinsatz
freigestellt war. Sie fanden eine kleine Wohnung in der Masebergstraße. Im
Herbst 1944 wurde Contzen jedoch zu einer Krankeneinheit an die Ostfront
abkommandiert.
Seine Frau war mittlerweile schwanger und zog zu ihren
Eltern an die Meppener Straße. Dort erlebt sie den Einmarsch der Engländer und
die Evakuierung der Zivilbevölkerung nach Altenlingen und Holthausen. Bei der
Rückkehr in das Elternhaus bot sich ein trauriges Bild, doch die Schwangere und
ihr ungeborenes Kind blieben unversehrt.
Zum werdenden Vater war der Kontakt mittlerweile abgerissen, denn Josef Contzen war in russische Kriegsgefangenschaft geraten und galt als Vermisst. Erst 1946 konnte er ein Lebenszeichen nach Lingen senden und wurde zu Weihnachten 1947 in die Heimat entlassen.
Die Familie Contzen mit Tochter Maria wieder vereint 1948
Das Ehepaar Contzen ist mittlerweile verstorben, doch die 1945 geborene Tochter Maria hat den Nachlass ihrer Eltern bewahrt und kann über die damaligen Ereignisse noch Zeugnis geben. Ihre Mutter hielt ihre Kriegserinnerungen 1994 in einem Schreiben fest:
„Wir schrieben das Jahr 1944. An allen Fronten, besonders im Osten, wurde hart gekämpft. Mein Mann hatte, als Berufssoldat, lange das Glück, in der Schreibstube des Wehrbezirkskommandos beschäftigt zu sein. Ein chronisches Magenleiden trug dazu bei, nicht an der Front eingesetzt zu werden. Im Mai 1943 geheiratet, hatten wir