Minister Thümler: „Das ist ja paradiesisch hier“

Land fördert Emslandmuseum mit 40.000 Euro

Minister Björn Thümler mit Vertretern von Landkreis, Stadt und Museumsverein vor dem Emslandmuseum

Das hatte der hohe Gast aus Hannover wohl nicht erwartet, als er die fast fertige neue Eingangshalle im Erweiterungsbau des Emslandmuseums betrat: ein großzügig gestaltetes und lichtdurchflutetes Foyer mit

v.l.: Landtagsabgeordneter Christian Fühner, 2. Vorstzende des Museumsvereins Monika Schwegmann, der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, Erster Kreisrat Martin Gerenkamp und Oberbürgermeister Dieter Krone

einer grazilen Freitreppe in die neuen Veranstaltungsräume im Obergeschoss. Aber es sollte noch besser kommen: „Das ist ja paradiesisch hier“ entfuhr es Björn Thümler, Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsens, als er durch die wandhohe Glasfront im Vortragsraum direkt in die Baumwipfel des Justizgartens blickte.

Willi Brundiers als Vorsitzender des Vereins Emslandmuseum Lingen begrüßte die Gäste und gab einen kurzen Überblick zum Werdegang und zu den derzeitigen Bauarbeiten im Museum. Dann übernahm der Minister das Wort: „Kultur in Niedersachsen, das sind nicht nur die Landesmuseen und Staatstheater in den großen Städten, für die große Vielfalt zeichnen vor allem auch die vielen kleinen Kultureinrichtungen in der Fläche verantwortlich, wie etwa das Emslandmuseum in Lingen. Deshalb setze ich mich weiter dafür ein, dass auch die kleinen Institutionen mit Landesmitteln unterstützt werden.“ Mit diesem klaren Bekenntnis zur Kultur im ländlichen Raum unterstrich Björn Thümler das Engagement des Landes für die kleinen Kultureinrichtungen in Niedersachsen. Und ließ den Worten auch gleich Taten folgen: Der Minister brachte einen Bewilligungsbescheid über 40.000 Euro für die Neueinrichtung der Dauerausstellung mit.

Die wird derzeit nach Plänen des Rotterdamer Designers Thomas Schaper, einem gebürtigen Lingener, von emsländischen Firmen neu eingerichtet. Darunter sind z.B. Maler Meemann aus Bawinkel, Fußboden Lütkeniehoff aus Biene, die Schreinerei Volkmann aus Laxten, Elektro Lömker aus Lingen und das Medienatelier Emsland aus Freren.

Oberbürgermeister Dieter Krone lobte die Offenheit und Transparenz der neuen Räume und verwies auch auf den Thronschatz der Kivelinge von 1372, der wohl das wertvollste Exponat im Emslandmuseum bildet.

Erster Kreisrat Martin Gerenkamp betonte den hohen Stellenwert der Kultur im Emsland, die an vielen Orten von Landkreis und Kommunen gemeinsam organisiert werde. In der Pandemie sei allen bewusst geworden, wie wichtig Kultur für die Menschen sei. Er unterstrich aber auch die große Bedeutung der Museumspädagogik und wies auf die neuen digitalen Angebote des Emslandmuseum hin.

Der Landtagsabgeordnete Christian Fühner fasste zusammen: „Dies ist ein schöner Tag für Lingen und das Emsland“. Führer verwies aber auch auf die politische und gesellschaftliche Bedeutung von Museen und Geschichtsarbeit, etwas bei der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus oder im Zusammenhang mit der Erinnerungskultur.

Minister Thümler im neuen Haupteingang des Museumsneubaus – in der Glasfront spiegelt sich das alte Kutscherhaus des Museums, ein Baudenkmal von 1728

Freuen dürften sich die zukünftigen Besucher nicht nur auf vollständig erneuerte Räume mit einer neuen Wegeführung und einem speziellen Lichtdesign, sondern auch auf 9 Medienstationen, an denen die Inhalte der Ausstellung vertieft werden können. Auch der chronologische Rahmen der Ausstellung wird erweitert und besonders wertvolle Exponate können die Besucher demnächst in einer eigenen Schatzkammer bewundern.

Alle Fotos: Norbert Lünenbürger, Emslandmuseum Lingen