Archiv des Autors: Emslandmuseum Lingen

Middewinterhornblasen

Adventsblasen mit uralter Tradition

Hirte beim Blasen des Middewinterhorns in der Krippe der Stiftskirche in Vreden

Der plattdeutsche und niederländische Begriff „Middewinter“ bedeutet „in der Mitte des Winters“ und erinnert daran, dass das christliche Weihnachtsfest in die Zeit der Wintersonnenwende (21. Dezember) fällt, aber der die Tage wieder länger werden. Schon die heidnischen Germanen sollen die Wintersonnenwende mit dumpfen Tönen aus großen Blasinstrumenten begrüßt haben.

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Advent, Advent, die Hütte brennt

Stress und Stille in den Wochen vor Weihnachten

Adventsbeleuchtung in der Großen Straße (um 1975)

Der Advent ist leider keine Zeit der Stille, sondern eine überwiegend eine Zeit der hektischen Vorbereitung auf das Fest kurz vor dem Jahresende, bis zu dem es in jedem Dezember immer viel zu erledigen gibt. Das war auch in früheren Zeiten schon so, denn Geschenke mal eben im Internet bestellen – das gab es nicht.

Die Lingener Einzelhändler gaben sich große Mühe, die Kunden mit weihnachtlich dekorierten Schaufenster auf ihre Waren aufmerksam zu machen. Nach der Währungsreform von 1948 besserte sich die Versorgung. So konnte das Textilgeschäft Roth an Großen Straße 1 (direkt links neben der heutigen Alten Posthalterei) in seinen Schaufenstern schon wieder eine umfangreiche Palette von Damen- und Herrenkleidung präsentieren.

Bekleidung und Accessoires bei Roth in der Großen Straße (1949)

Einen besonderen Stellenwert als Geschenke hatten damals Taschentücher und Schals, deren Gebrauchswert unbestritten war. Bei den Beschenkten lösten diese Gaben nicht unbedingt Begeistung aus, doch häufig stellte man fest, dass der Verpackung noch ein Flachgeschenk hinzugefügt war. Dann stieg die Stimmung wieder.

Spielzeuggeschäft Droop in der Großen Straße

Eine beliebter Anlaufpunkt in de Adventszeit waren die Schaufenster der Spielwarengeschäfte. Die Kinder und Jugendlichen pendelten zwischen Adelmann in der Marienstraße und Dropp in der Großen Straße. Die Modelleisenbahn bei Adelmann weckte auch die Träume vieler Väter.

Adventsstimmung in der Großen Straße (um 1952)

Eine Weihnachtsbeleuchtung gab in Lingen seit den 30er-Jahren. Am Anfang stand ein mit Glühbirnen illuminierter Tannenbaum auf dem Marktplatz, der damals im Winter noch häufig tief verschneit war. Hinzu kamen die hell erleuchteten Schaufenster des Einzelhandels.

In den 70er-Jahren begannen die Geschäftsleute, ganze Straßenzüge mit Lichterketten und Adventsmotiven zu dekorieren. Und seit die Lookenstraße 1974 zur ersten Fußgängerzone im Emsland ausgebaut wurde, erstrahlt hier in jedem Advent ein bunte Lichterwelt.

Gute Stimmung auf der Weihnachtsfeier (um 1965)

Zu jedem Advent gehörten heute die Weihnachtsfeiern von Belegschaften, Vereinen und Gruppen. Gutes Essen und reichlich Alkohol locken dabei die Teilnehmer in die Gaststätten, in denen in der Adventszeit Hochbetrieb herrscht.

Ein alter Adventsbrauch im Emsland und den angrenzen Gebieten ist das Adventsblasen auf den traditionellen „Middewinterhörnern“. Der alte plattdeutsche Name „Middewinter“ (= Mitte des Winters) für Weihnachten erinnert daran, dass dieses Fest in der Zeit der Wintersonnenwende fällt, denn ab dem 21. Dezember jeden Jahres werden die Tage endlich wieder länger.

Wir warten auf’s Christkind (1952)

Der Adventskranz geht auf eine Idee aus dem 19. Jahrhundert zurück. Im „Rauhen Haus“ in Hamburg hängte der Sozialpastor Wiechern den ersten Lichterkranz auf, der allerdings noch 24 Kerzen enthielt. Erst mit der vereinfachten Version mit vier Kerzen (eine für jeden Adventssonntag) begann der Siegeszug dieses Adventsaccessoires, das heute in keiner Familie fehlen darf.

230 Jahre alte Landkarte steht jetzt Wissenschaft und Forschung zur Verfügung

Franz-Josef Buchholz entdecke Kartographische Sensation

v.l.: Hanni Rickling und Franz Josef Buchholz vom Heimatverein Lingen, dahinter Dr. Andreas Eiynck vom Emslandmuseum Lingen sowie rechts Christiane Spitz und Michelle Martynov vom Stadtmusuem

In einem Antiquariat in Hannover entdecke der geschichtskundige Franz-Josef Buchholz, damals Vorsitzende des Heimatvereins Lingen, vor vielen Jahren eine kartographische Sensation: Die Vorzeichnung, die Reinzeichnung und zwei unterschiedliche Drucke einer Emsland-Karte aus dem Jahr 1795.

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CHANUKKA 5784 (2023)

Leuchter im Museum erinnern an das jüdische Lichterfest

Chanukkaleuchter aus Silber (19. Jahrhundert)

Vom 7. bis 15. Dezember (5784) feiern die Menschen jüdischen Glaubens weltweit das Fest Chanukka (= Wiedereinweihung). Es erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahre 3597 (164 v.Chr.). Als man nach der Reinigung des Tempel die siebenarmige Menora anzünden wollte, fand man nur noch Lampenöl für einen einzigen Tag. Doch durch ein Wunder brannten die Lichter acht Tage lang.

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Die Lingener Firma „Papier und Holz“ 1905 bis 1978

Fabrik an der Meppener Straße 1945 durch Tiefflieger zerstört

Firmenbriefkopf der Fabrik „Papier und Holz“

1905 entstand auf einem großen Grundstück im Norden von Lingen zwischen der Meppener Straße und dem Dortmund-Ems-Kanal die „Papier- und Holz-Bearbeitungs-Gesellschaft m.g.H.“. Zweck des Unternehmens an der Meppener Straße Meppener Straße 102-104 war die Herstellung von Papierhülsen für die Textilindustrie, Kunststoffindustrie, Papierindustrie und die Chemische Industrie.

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Vom Nikolaus und anderen Heiligen

Brauchtum in der Advents- und Weihnachtszeit

Nikolausfeier in einem Kindergarten in Lingen (um 1955)

Über alte und neue Bräuche in der Advents- und Weihnachtszeit berichtet Dr. Andreas Eiynck am 6.12. (Mi., 16.00 und 19.30 Uhr) in der Reihe „Mittwochs im Museum“. Im Mittelpunkt stehen dabei der Nikolaus und andere Heilige, die mit ihren Gedenktagen das Weihnachtsfest umrahmen und die Zeit zwischen St. Martin und dem Dreikönigsfest abwechslungsreich gestalten.

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Kommt der Winter?

Auf den Fliesen ist er schon da!

Fliese mit holländischem Wintermotiv aus der Zeit um 1900

Handgemalde niederländische Wandfliesen bilden eine große Bestandsgruppe in der Sammlung des Emslandmuseums. Sie wurden größtenteils aus dem 18. und 19. Jahrhundert in den Niederlanden hergestellt und in das Emsland importiert. Diese Fliese mit den holländischen Wintermotiv stammt jedoch aus industrieller Produktion in Deutschland und datiert in der Zeit um 1900. Im Zuge der damaligen „Holland-Mode“ waren solche Motive sehr beliebt.

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