Es gibt eine Alternative zur Baumarkt und Möbelhaus
Waldweg im Biener Busch
Der 1. Mai steht vor der Tür, aber statt gemeinsamer Ausflüge in fröhlicher Runde gilt es in diesem Jahr, auf Distanz zu bleiben. Man kann die Zeit natürlich nutzen, um sich mit anderen im Baumarkt oder im Möbelhaus zu drängeln, aber
Emslandmuseum bleibt auch über die Feiertage geschlossen
Die Darstellung des Osterwunders auf einer Fliesenwand in einem alten Bauernhaus bei Haselünne
Wegen der Corona-Krise bleibt das Emslandmuseum in diesem Jahr über die Ostertage geschlossen. Die Museumsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter bleiben – wie Sie hoffentlich auch – in diesem Jahr Ostern zu Hause.
Karfreitagsgedanken zur Kapelle im St. Bonifatiushospital
Die Kapelle im St. Bonifatiushospital
In diesen Tagen richten sich viele Blicke auf das St. Bonifatius-Hospital. Mit Dankbarkeit bewundern viele den Einsatz des dortigen Personals auch in Krisenzeiten, wenn das Krankenhaus zum Ort der Hoffnung wird. Ein besonderer Raum im Bonitius-Hospital ist die dortige Krankenhauskapelle, die den Mittelpunkt der Krankenhausseelsorge bildet. In den 70er Jahren wurde das Gebäude im Stil der Kirchen des Zweiten Vatikanischen Konzils als sogenannten „Zeltkirche“ mit schrägwinkeligem Grundriss und einer mehrfach abgewinkelten
Der Zweite Weltkrieg brachte unvorstellbares Leid über ganz Europa. Seit 75 Jahren herrscht nun Frieden. Aber Frieden kommt nicht von alleine. Er muss immer wieder erneuert und verteidigt werden – gegen Nationalismus, Imperialismus, Rassismus und Gleichgültigkeit. Daran kann jeder mitarbeiten. Heute schon.
Tresor der früheren Landeszentralbank hat noch nicht verspielt
Hartnäckig zeigt sich während der Bauarbeiten der Tresorraum der früheren Landeszentralbank
Noch immer kämpft sich eine Spezialfirma aus Dortmund mit ihrer Betonsäge durch die Decke und die Wände des Tresorraums der früheren Landeszentralbank. Doch allmählich lockern sich die in handliche Blöcke zerteilten Betonstücke und können demnächst abtransportiert werden.
Besondere Entdeckungen konnten im Tresorraum leider nicht mehr verzeichnet werden. Weder Reichsmark, D-Mark noch Euro – und schon gar keine Goldbarren.
Von einem früheren Mitarbeiter der Landeszentralbank erhielt das Emslandmuseum aber bereits vor längerer Zeit zahlreiche Erinnerungsstücke aus der Geschichte der Landeszentralbank, früher Reichsbank, in Lingen. Dieses werden demnächst an dieser Stelle einmal vorgestellt.
Ostern 1945 stand die Front vor Lingen. Genau 75 Jahre liegen die hier geschilderten Ereignisse nun zurück. Der für morgen geplante „Tag der Zeitzeugen“ im Museum muss wegen des Corona-Virus leider ausfallen, aber was damals passierte, erfahren Sie hier.
War der Erste Weltkrieg noch eine Angelegenheit des Militärs mit verlustreichen Stellungs- und Grabenkämpfen, so richteten sich die Bombenangriffe im Zweiten Welt auch unmittelbar gegen die Zivilbevölkerung des Feindes. Das bekamen bald auch Lingen und das Emsland zu spüren.
Hinter der Fassade der früheren Werkstatt Tölsner aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts steckt eines der ältesten Bürgerhäuser von Lingen
Restauriert wird seit einigen Wochen das denkmalgeschützte Haus Schlachterstraße 34. Eine Untersuchung der Bauhölzer ergab, dass diese Hauses 1549, also im Jahr nach dem großen Lingener Stadtbrand, neu errichtet wurde. Über 100 Jahres war das Haus im Besitz der Familie Tölsner, die dort zuletzt eine Werkstatt betrieb. Die jetzige Eigentümerin plant nach dem Umbau dort ein Cafè.
Von dem ursprünglichen Fachwerkhaus ist vor allem noch die originale Balkenlage aus starken, rauchgeschwärzten Eichenbalken erhalten. Rauchgeschwärzt deshalb, weil dieses Haus im 16. Jahrhundert noch ein Rauchhaus mit einem offenen Herdfeuer war. An den Balken kann man die Raumaufteilung des Hauses von 1549 noch gut nachvollziehen. Etwa an der Stelle der heutigen Haustür befand sich damals ein Torbogen, durch den man auf eine große Diele gelangte. Links davon waren kleinere Räume abgetrennt.
An der Rückseite zur Elisabethstraße sind Teile des alten Fachwerks noch sichtbar
Die Balkenlage des Hauses stammt in großen Teilen noch aus dem Baujahr 1549
Schon kurz nach dem Neubau entstand auf dem Rückgrundstück
ein schmaler Anbau. Er wurde aus gebrauchtem Holz erreichtet, und zwar aus
einem Altbau von 1447. Ob dieser an der Stelle des heutigen Hauses gestanden
hatte oder das Holz nach dem Stadtbrand von 1548 anderswo auf Abbruch erworben
wurde, lässt sich nicht mehr feststellen. Die Verwendung von Altholz war
besonders nach einem Stadtbrand nicht ungewöhnlich. Die Lingener
Stadtrechnungen aus dieser Zeit berichten zum Beispiel über den Erwerb von
Abbruchholz in Schapen, um daraus die Schule in Lingen zu errichten.
Ein großer Umbau des Hauses fand Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Familie Tölsner statt, die bis dahin in einem Nachbarhaus gewohnt hatte. Joachim Tölsner kann sich noch erinnern, dass sein Großvater immer von einem Bauernhaus gesprochen hatte Damit meinte er wohl das alte Dielentor, dessen Spuren im früheren Giebelbalken noch erkennbar sind..
Zukünftig wird das Haus Gaststuben und auf den oberen Etagen
Wohnräume enthalten. Alles Baumaßnahmen wurden mit der Unteren Denkmalbehörde
der Stadt Lingen abgestimmt.
Ein spektakulärer Ankauf aus einer Versteigerung im renommierten Kunstauktionshaus Lempertz in Köln gelang jetzt erneut dem Lingener Emslandmuseum. Es handelt sich um einen über 300 Jahre alten Delfter Fayencekrug mit einer Silbermontierung des Goldschmiedes Anton Friedrich May (1699-1781), der seit etwa 1740 in Lingen tätig war. In den Silberdeckel hat Kruges hat May eine wertvolle Silbermünze eingearbeitet, einen Zweidritteltaler des Fürstentums Calenberg in Braunschweig- Lüneburg, datiert 1693.
Das Emslandmuseum besitzt aus seinem Altbestand bereits
einen vergleichbaren Krug, dessen Silbermontierung jedoch später gewaltsam entfernt
wurde. Vermutlich geschah dies gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die
Museumssammlung in Kisten verpackt und auf dem Dachboden der Hindenburgschule
(heute Overbergschule) ausgelagert wurde. Bei den Kämpfen um Lingen im Frühjahr
1945 gab es dort erhebliche Schäden und Verluste durch Beschuss, Raub und
Vandalismus. Umso mehr freut sich Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck über den
vorzüglichen Erhaltungszustand des jetzt erworbenen Stückes, das natürlich
einen Ehrenplatz in der Dauerausstellung erhält.
Dass „Delfter Blau“ in der damaligen Zeit in den Wohnstuben
der Lingener Bürgerhäuser sehr beliebt war, zeigen nicht nur die zahlreichen
überlieferten Stücke im Emslandmuseum. Auch Archäologische Gruppe entdeckte bei
ihren Ausgrabungen in der Innenstadt immer wieder Bruchstücke von Delfter
Keramik. Die kunstvoll mit blauer Bemalung dekorierte Keramik aus Delft
dokumentiert somit in besonderer Weise die engen kulturellen Beziehungen
zwischen Lingen Lingen und den Niederlanden. Dies möchte das Museum in der
zukünftigen Dauerausstellung noch deutlicher herausstellen.
Wegen des Corona-Virus ist das Emslandmuseum bis auf weiteres geschlossen. Laufende Informationen über die aktuellen Entwicklungen und Themen im Museum sowie über die Bauarbeiten am Erweiterungsbau des Museums gibt es ab sofort online auf diesem Museumblog.
Silbermünze im Deckel
Der Silberdeckel stammt vom Lingener Goldschmied May
Silbermünze im Deckel
Einen Delter Krug aus der Zeit um 1700 erwarb jetzt das Emslandmuseum