Archiv der Kategorie: Museum

Lingen und Umgebung um 1800 – Teil 1

Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des Umbruchs, in der die Grundlagen unserer heutigen Welt gelegt wurden. Industrialisierung, Mechanisierung, Demokratisierung sind nur drei Schlagwörter, deren dahinterstehende Prozesse ihren Anfang in dieser Epoche nahmen. Doch wie sah es eigentlich am Vorabend dieser wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüche aus?

Eine wichtige Quelle zur Beantwortung dieser Frage sind regionale Beschreibungen, die um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert entstanden. Für das damalige Gebiet Westfalens hat der Publizist Peter Florens Weddigen einige solcher „geographisch-statistischen Beschreibungen“ vorgelegt, die viel mehr Informationen enthalten, als der Titel vermuten lässt.

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Wenn eine Schleuse Geburtstag hat

Alte Kanalschleuse in Hanekenfähr wurde 1824 erbaut

Die Schleuse von 1824 auf einer alten Ansichtskarte (um 1900)

Als das Emsland 1815 durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses an das Königreich Hannover gekommen war, beabsichtigte die neue Regierung bald die Verbesserung des Flusslaufes für die Schifffahrt auf der Ems, die im Laufe der Jahrhunderte stark versandet war. Besonders im Bereich zwischen Lingen und Meppen zeigte sich aber, dass ein Ausbau des Flussbettes kaum möglich war.

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Highway to Hell?

Auch durch das Emsland führten Hellwege

Der Hellweg oder Deepe Weg bei Engden-Drievorden. Emslandmuseum Lingen.

Was hat Emsbüren mit den Städten Duisburg, Dortmund oder Paderborn gemeinsam? Auf den ersten Blick sicherlich recht wenig. Eine Antwort auf diese Frage ist: Alle diese Orte lagen an einem Hellweg!

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Großsteingräber im Südlichen Emsland

Zeugen der Steinzeit

Die „Mehringer Hünensteine“ bei Emsbüren

Schon in der Großsteinzeit war das heutige Südliche Emsland von Ackerbauern besiedelt. Sie waren die Erbauer der sogenannten „Hünengräber“, in denen sie ihre Toten bestatteten und für den Weg in das jenseits versorgten. Errichtet wurden diese Grabstätten aus großen Findlingen, welche die Gletscher aus Skandinavien in der Eiszeit in großer Anzahl nach Norddeutschland vor sich hergeschoben hatten.

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Alles kalter Kaffee?

Kaffeetasse aus der Gaststätte Schievink ‚Zur schönen Aussicht‘. Emslandmuseum Lingen.

Plattdeutsch ist für einen Zeitgenossen aus dem hochdeutschen Sprachgebiet oftmals ein Buch mit sieben Siegeln. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass sich das Niederdeutsche lautlich vom Hochdeutschen unterscheidet. Die niederdeutschen Mundarten haben nämlich z.B. die sogenannte Zweite oder Althochdeutsche Lautverschiebung nicht mitgemacht.

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Bramsche

vom Kirchdorf mit vielen Bauerschaften zum Ortsteil von Lingen

Bramsche in den 60er-Jahren

1964 schlossen sich die Gemeinden Bramsche, Wesel, Sommeringen-Hüvede, Mundersum und Estringen zur Gemeinde Bramsche zusammen, die 1974 ein Ortsteil der Stadt Lingen wurde. Der Ortsteil hat seinen Charakter als eigenständiges Dorf im Siedlungsbild bis heute bewahrt und ist ein beliebter Wohnort.

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Was ist ein Kamp?

Flurnamen im Emsland

In Lingen gibt es einen Barenkamp, einen Botterkamp, einen Grabenkamp, einen Heidkamp, einen Telgenkamp, einen Walzkamp, einen Wollenkamp und einige mehr. Doch worum handelt es sich eigentlich bei einem Kamp?

Kampfluren zwischen Hopsten und Schale auf einer Karte des Jahres 1747, die auf eine Vorlage von 1616 zurückgeht. Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, Karten A, Nr. 1239.

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Das Kochbuch der Anna Winter

„geschrieben auf Beversundern im Jahre 1884“

Das Kochbuch der Anna Winter von 1884

Im Jahre 1988 fand Frau Kathrin Hopp aus Dortmund in einem Abrisshaus in Leipzig-Rendwitz ein handgeschriebenes Kochbuch. Ein Papieraufkleber auf dem vorderen Einband nennt als Verfasserin Anna Winter mit dem Zusatz „geschrieben auf Beversundern im Jahre 1884“. Wie und mit welchen Stationen das Buch in den gut hundert Jahren von Beversundern bis nach Leipzig gelangte, ist unbekannt.

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Warum ist das Heilige Meer heilig?

Auf der Grenze zwischen den Gemeinden Hopsten und Recke im Kreis Steinfurt liegt das sogenannte Große Heilige Meer. Es handelt sich um den größten natürlichen Binnensee in Nordrhein-Westfalen, der heute ein einzigartiges Naturschutzgebiet mit besonderen Lebensräumen und einer reichen Artenvielfalt ist. Das LWL-Museum für Naturkunde betreibt hier seit 1927 ein Bildungs- und Forschungszentrum, weshalb das Areal zu den am besten untersuchten Naturschutzgebieten Deutschlands zählt.

Das Große Heilige Meer bei Hopsten. wikimedia.commons

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Werksfeuerwehr im Ausbesserungswerk

Eisenbahn sorgte selber für die Brandbekämpfung

Die Werkfeuerwehr des Eisenbahnwerkes 1935

Ab 1856 entwickelte sich das Eisenbahn-Ausbesserungswerk Lingen rasch zum größten Industriebetrieb in der Stadt und der Region. Die umfangreichen Werksanlagen mit dem wertvollen Maschinenpark stellten einen hohen Sachwert dar. Gleichzeitig lauerte an allen Ecken des Werkes die Gefahr von Bränden – nicht zuletzt wegen des Kohlenstaubes und den Feuerungen der Dampflokomotiven. Doch auch Schmiedefeuer, brennbare Öle und andere Chemikalien, Schweißgeräte und glühende Metallspäne lösten häufig Brände aus. In den weitläufigen Hallen konnten sich die Flammen rasch ausbreiten. Doch auch schon kleinere Brände bildeten eine Gefahr für Leib und Leben der Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen.

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