Archiv der Kategorie: Museum

Leibeigenschaft schützt vor Karriere nicht

Der Nachlass des Hausvogtes Klaus Overfart

Es ist eine vielfach anzutreffende Ansicht, dass persönliche Unfreiheit in der Vergangenheit den sozialen Aufstieg einer Person verhindert habe. Allerdings hat die Geschichtsforschung in den letzten Jahren herausgearbeitet, dass trotz Leibeigenschaft verschiedenartige Lebensentwürfe möglich waren.[1] Dies zeigt auch der Lebensweg des Klaus Overfart, der der Nachwelt nur aus einem Schreiben des Tecklenburger Grafen Konrad (1501–1557) an den Grafen Anton von Oldenburg vom 21. Mai 1548 wegen des Nachlasses Overfarts überliefert ist.[2]

Erläuterung über die „Eigenschaft von Eigenhörigen“ für die niederländischen Beamten zu Lingen (1611). Landesarchiv NRW, Abteilung Westfalen, Grafschaft Tecklenburg, Akten, Nr. 424.

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Kartoffelferien

Hilfe der Kinder bei der Kartoffelernte war selbstverständlich

Pause bei der Kartoffelernte

In der ländlichen Vergangenheit Deutschlands war die Kartoffelernte eine der wichtigsten Zeiten im Garten und auf dem Acker. Die Erntezeit fiel in die Monate September und Oktober und war eine Zeit harter Arbeit für die ganze Familie, denn die Mithilfe der Kinder war dabei eine Selbstverständlichkeit. Die Schule fiel in dieser Zeit aus – es waren „Kartoffelferien“. Daraus entstanden die heutigen Herbstferien.

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Tie ist nicht gleich Thing

Zur Konstruktion eines Geschichtsbildes

Funktion des Ties – beschrieben in Johann Aegidius Klöntrups „Alphabetisches Handbuch der besonderen Rechte und Gewohnheiten des Hochstifts Osnabrück. Mit Rücksicht auf die benachbarten westfälischen Provinzen, 3 Bde., Osnabrück 1798–1800“.

In Freren befand sich an dem Ort, der heute Uphusen-Eck genannt wird, früher der Tie. Auch in anderen Orten im Emsland gab es solche Plätze: In Gersten lag der Tie im 17. Jahrhundert auf dem Droper Esch, in Hummeldorf in der Ortsmitte. In Holte wird 1359 ein Hof „Tyhus“, in Lindloh zwischen 1410 und 1424 ein Hof „Tyemans“ bzw. „Tyemanshus“, in Wehm 1359 ein Hof „Tyghemannes“ erwähnt. Doch was ist eigentlich ein Tie oder Tieplatz? Und welche Funktionen hatte diese Örtlichkeit einst?

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Die Blankemate bei Lünne

und der alte Hof Blankemate-Preun-Bunge

Der Hof Bunge, früher Preun, auf der Blankemate

Die kleine Bauerschaft Blankemate zwischen Lünne und Beesten gehörte von alters her zum Kirchspiel Beesten, obwohl die Entfernung von dort aus zum Dorf Plantlünne wesentlich näher war. Erst 1965 wurde die Blankemate zu Lünne umgemeindet. Derzeit erforscht Maria Bunge, die Vorsitzende des Heimatvereins Lünne, die Geschichte der Blankemate.

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Was ist ein Esch?

Flurnamen im Emsland

Der „Darmer Esch“ auf einer Karte des Jahres 1776. Landesarchiv Niedersachsen, Abteilung Osnabrück, K 33 Nr. 101 h.

Lingen hat mehrere Straßen mit Esch: Achteresch, Am Galgenesch, Am Laxtener Esch, Am Wulwer Esch, Darmer Esch, Egbers Esch, Eschstraße, Groten Esch, Heuesch, Holthauser Esch, Koninger Esch, Langer Esch, Lögerings Esch, Ostereschstraße, Sandesch, Südeschstraße oder Westenesch. Aber was ist das eigentlich: ein Esch? Hat der Begriff vielleicht etwas mit dem ähnlich klingenden Baumnamen Esche zu tun, der im Straßennamen Ebereschenweg vorkommt?

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Nachfahren emsländischer Auswanderer zu Besuch

Familie Kues hält die Kontakte über den Atlantik lebendig

Mitglieder der Familien Kues und Rakers zu Besuch in Lingen-Holthausen

Vier Ehepaare aus Aviston im US-Staat Illinois besuchten Ende September die Heimat ihrer Vorfahren. Es waren Verwandte der Familien Kues aus Holthausen, Rakers aus Brockhausen, Thole aus Biene, Richter aus Brümsel und weiteren Familien und Orten im Emsland.

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Von pons zu Pünte

Woher das Schiff seinen Namen trägt

Emspünten im Alten Kanal, vor 1905. Emslandmuseum Lingen.

Der Handelsverkehr zu Wasser wurde zwischen Münster, Holland und Friesland bis ins 20. Jahrhundert hinein mit sogenannten Pünten vollzogen. Dabei handelt es sich um hölzerne Schiffe ohne Motorantrieb, die von Menschenhand oder von Pferden vom Ufer aus durch das Wasser gezogen wurden.

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Der Glockenturm in Altenlingen

Aus der Geschichte einer Glocke

Der Glockenturm in Altenlingen

1988 wurde im Lingener Ortsteil Altenlingen nach alter dörflicher Tradition im Emsland ein Glockenturm in Fachwerkbauweise errichtet. Eine plattdeutsche Inschrift auf einem der Balken lautet: „Anno Domini 1988 Woa wi tohop hept stoahn  Heff us noch kien eene wat daohn“ (Wo wir zusammengestanden haben, hat uns uns noch niemand etwas getan).

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Die Tödden und ihre Sprache

Tödde auf einer Fliese. Emslandmuseum Lingen.

„In’n Tispel bi’n fitzen Butt wöt de Rödel bequässt.“ – Sie verstehen nur Bahnhof? Kein Wunder, denn es handelt sich hier um eine Geheimsprache. Übersetzt heißt der verschlüsselte Satz: „In der Kneipe bei einem guten Essen wurde über den Handel gesprochen.“ Wir haben hier eine Kostprobe der Sprache der Tödden (auch Tiötten, Tüötten oder Tüödden) vor uns – der Wanderhändler aus Beesten, Freren, Schapen, Hopsten, Mettingen, Recke und Umgebung –, die diese Sondersprache nutzten, um ungehindert ihren Geschäften nachgehen zu können. Denn viele geschäftliche Angelegenheiten waren nicht für die Ohren von Fremden bestimmt.

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