Großsteingrab von Mehringen bei Lingen – Zeichnung von Gustav Koken (1850-1910)
Aus dem Bestand des früheren Kreisheimatmuseums in Lingen stammt eine alte Zeichnung des Großsteingrabes von Mehringen in der Gemeinde Emsbüren. Das Bild ist signiert mit dem Namen G. Koken. Es gehörte zur Urgeschichtlichen Abteilung des ersten Museums, das von 1934 bis 1944 im Haus Burgstraße 27 (heute Handarbeitsgeschäft Dlugay) eingerichtet war.
Der Nationalsozialismus bestimmte den Alltag und das Schicksal
NS-Kunstgebung zum ‚Tag der Bewegung‘ am 30. Januar 1936
Die 30er-Jahren waren auch in Lingen geprägt durch die Weltwirtschaftskrise, die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 und die Prägung des gesamten Lebens im Sinne der NS-Ideologie, die 1939 in den Zweiten Weltkrieg mündete.
Mittwochs im Museum präsentiert Geschichte der Kleinbahn Lingen-Quakenbrück
In Berge erinnern einige alte Waggons an die Kleinbahn L-B-Q
Die Geschichte der legendären Kleinbahn Lingen-Berge-Quakenbrück, die von 1904 bis 1952 als Schmalspurbahn mit Dampfloks durch die früheren Landkreise Lingen und Bersenbrück fuhr, berichtet am 2.8. (Mi, 16 und 19.30 Uhr) Dr. Andreas Eiynck im Rahmen der Vortragsreihe „Mittwochs im Museum“.
Kleinbahnzug im Bahnhof Lingen (um 1940)
Initiiert wurde die Strecke 1902 von den beiden Landkreisen und zahlreichen Anliegerkommunen, um durch eine private Bahngesellschaft den Eisenbahnanschluss für eine Region zu erreichen, die bis dahin nicht an das überregionale Schienennetz angeschlossen war. Um die Baukosten gering zu halten, wurde eine Schmalspurbahn mit niedriger Fahrgeschwindigkeit gewählt, die in weiten Abschnitten über den Seitenstreifen bestehender Straße und Wege führte. Dies machte allerdings ein umständliches Umladen an den Kopfbahnhöfen in Lingen und Quakenbrück erforderlich.
Güterwagen der Kleinbahn in Berge
Die Kleinbahn diente hauptsächlich zum Transport von Landwirtschaftlichen Gütern und Steinkohle. Für den Personenverkehr fuhren die Züge eigentlich zu langsam und zu selten, aber mangels Alternative wurden sie von der Landbevölkerung sehr geschätzt.
Überführung der Kleinbahn über die Hauptstrecke am Böhmerhof (um 1930)
Markante Bauwerke waren die Brückenüberführung über die Hauptbahnstrecke beim Böhmerhof in Lingen sowie die stolzen Bahnhofsgebäude in Lingen, Bawinkel, Gersten, Berge und Quakenbrück, die teilweise noch heute stehen. In Berge sind sogar noch ein paar Waggons der Kleinbahn vorhanden, die kürzlich restauriert wurden.
In der Kriegs- und Nachkriegszeit war die Kleinbahn als preiswertes Verkehrsmittel zur Erschließung des ländlichen Raumes unerlässlich. Doch mit dem raschen Aufkommen des Autoverkehrs wurde sie schon Ende der 40er-Jahre unrentabel und 1952 stillgelegt. Doch der Mythos der Kleinbahn L-B-Q lebt nicht nur in der Erinnerung der Zeitzeugen bis heute fort.
Der Eintritt beträgt 6 Euro, Anmeldung beim Heimatverein Lingen unter j.rickling@dg-email oder Tel. 0591 62500.
Thron der Kivelinge in mittelalterlichen Kostümen beim Stadtjubiläum 1928
Lingen hat schon zwei Mal große Stadtjubiläen gefeiert, 1975 die „1000-Jahr-Feier“ und 1928 die „600-Jahrfeier“. Die Grundlage des umstrittenen Stadtjubiläums von 1928 bildete eine Urkunde aus dem Jahre 1327 in lateinischer Sprache, die nur als Abschrift einer Abschrift überliefert ist und deren genaue Datierung bis heute Fragen aufwirft. Angeblich werden darin zum ersten Mal die Stadtrechte Lingens bezeugt, doch handelt es sich dabei keineswegs um eine Gründungsurkunde oder ein Dokument über die Verleihung der Stadtrechte.
Puppen aus Porzellan oder Zelluloid sind allseits bekannt. Doch Arbeiter- und Bauernfamilien, die in bescheidenen Verhältnissen lebten, konnten sich diese industriell gefertigten Spielzeuge oftmals nicht leisten. Stattdessen wurden innerhalb der Familie einfache Puppen aus Stoffresten und Lumpen angefertigt.
Hungerdemonstration auf dem Lingener Marktplatz Anfang April 1919
1918 war der Erste Weltkrieg für Deutschland endgültig verloren. Der Kaiser ging ins Exil und Deutschland wurde eine Republik. Doch die Kriegsfolgen wie Staatsbankrott, Wirtschaftskrise und Hyperinflation überschatteten auch in Lingen noch etliche Jahre den Alltag der Menschen.
Tasche aus dem Panzer eines Gürteltiers (ELML IN 4168)
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Überraschende Entdeckungen gibt es immer wieder, wenn man in unseren Sammlungsbeständen unter Stichwörtern wie „Exotika“, „Varia“, „Verschiedenes“ oder „Unbekannt“ störbert. Da finden sich Seefahrerandenken und Mitbringsel aus Übersee ebenso wie persönliche Erinnerungsstücke, deren ursprüngliche Herkunft und Funktion nicht immer ersichtlich ist.
Lingen und das Emsland waren im Ersten Weltkrieg (1914-1918) kein unmittelbarer Kriegsschauplatz. Hier spielten sich keine Kämpfe ab, aber die Folgen des „Abnutzungskrieges“ spürte die Bevölkerung bald auch in der Heimat.
Erdöl im Emsland – Gemälde von Gerhard Sperling (1908-1975) aus dem Jahre 1956
Im Jahr 2025 jährt sich zum 75. Mal die Verabschiedung des „Emslandplans“ durch den Deutschen Bundestag. Die Emsländische Landschaft hat zu diesem Anlass das Projekt „EmslandPlanT – Historischer Transformationsprozess als Erfahrungsschatz für zukünftige Regionalentwicklung“ aufgelegt. Es wird vom Land Niedersachsen sowie den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim gefördert.
Eisenbahnerstadt und Behördensitz im Südlichen Emsland
Alles Militärische hatte im Kaiserreich einen hohen Stellenwert – Bezirkfest der Kriegervereine 1884
1866 wurde aus dem Königreich Hannover eine preußische Provinz und 1885 aus dem alten Amtssitz Lingen die Kreisstadt für das Südliche Emsland. Die Stadt an der Ems entwickelte sich damit zu einer typischen Kleinstadt im Deutschen Kaiserreich, das 1871 gegründet wurde und 1918 mit dem Ende des Ersten Weltkriegs unterging.