Museumsarchäologie

Zeichnung vom Steingrab in Mehringen bei Lingen

Großsteingrab von Mehringen bei Lingen – Zeichnung von Gustav Koken (1850-1910)

Aus dem Bestand des früheren Kreisheimatmuseums in Lingen stammt eine alte Zeichnung des Großsteingrabes von Mehringen in der Gemeinde Emsbüren. Das Bild ist signiert mit dem Namen G. Koken. Es gehörte zur Urgeschichtlichen Abteilung des ersten Museums, das von 1934 bis 1944 im Haus Burgstraße 27 (heute Handarbeitsgeschäft Dlugay) eingerichtet war.

Der Maler Gustav Koken (1850-1910) stammte aus einer Künstlerfamilie in Hannover. Die erste künstlerische Ausbildung erhielt er bei seinem Onkel Edmund Koken. Anschließend studierte er an der Kunstschule Weimar, die damals im Bereich der Landschaftsmalerei zu den führenden Akademien in Deutschland gehörte. Nach Ende seiner Ausbildung ließ er sich in Hannover nieder und unternahm von dort aus Studienreisen, u.a. nach Westfalen und an die Nordseeküste. Schon vor der Jahrhundertwende muss er sich auch im Emsland aufgehalten haben, denn auf der Berliner Jubiläumsausstellung 1896 war er mit einem Gemälde „Hünengrab im Hümmling“ vertreten, das heute verschollen ist.

Die Zeichnung des Steingrabs im Kreisheimatmuseum (im linken hinteren Raum oben) Foto 1934

Gustav Koken war schon lange Tod, als in Lingen 1926 die Einrichtung eines Kreisheimatmuseums beschlossen wurde. Er kann die Zeichnung also nicht als Auftragsarbeit hergestellt haben. Außerdem zeigt das Bild das Steingrab in einer weitläufigen Heidelandschaft, nicht in Mehringen nach dem Ersten Weltkrieg längst bewaldete war. Ein Stempel auf der Rückseite verrät aber, dass dieses Bild aus dem Nachlass den Künstlers stammt. Es wurde dann vermutlich über das Landesmuseum in Hannover nach Lingen vermittelt.

Das Großsteingrab von Mehringen im heutigen, bewaldeten Zustand
Hinweistafel am Großsteingrab in Mehringen