Paul Heine erinnert sich an das Kriegsende 1945

Am 5. März 1945 hatten Staatssekretäre im Reichministerium in Berlin den Beschluss gefasst, die Angehörigen der Jahrgänge 1929 und 1930 aus den vom Feind bedrohten Gebieten zurückzuziehen. Die „Einberufung“ der noch nicht der Wehrerfassung unterliegenden Jugendlichen hatte die besondere Genehmigung des Führers erforderlich gemacht. Das deutsche Volk musste ja – wie Hitler es formulierte – „in der schwersten Zeit der deutschen Geschichte, wo es um Sein oder Nichtsein des ganzen Volkes geht, zu größten Opfern bereit sein“.
Die Jahrgänge 1928 und 1929 hatten bereits eine vormilitärische Ausbildung erhalten. Angehörige des Jahrgangs 1928 waren z.T. schon im Fronteinsatz. Als das Kampfgeschehen im März 1945 bedenklich näher rückte, wurden die Räume Schüttorf-Bentheim-Nordhorn-Lingen als vom Feind bedroht eingestuft. Die Auflösung der „Wehrertüchtigungslager“ wurde vorbereitet, ebenso die Zurückziehung des Jahrgangs 1930. Die Angehörigen der Jahrgänge 1928 und 1929 sollten dem Volkssturm angegliedert werden, zur Stärkung der Heimatfront.

Dienstag, den 27. März, war es dann soweit, dass die Angehörigen des Jahrgangs 1930 ihre Einberufungsbefehle erhielten. Im Einzugsbereich des Wehrertüchtigungslagers Baccum hatten sich die 14- bis 15jährigen Jungen am 29. März (Gründonnerstag) bei der Baccumer Schule einzufinden. Als Verwendungszweck wurde eine langfristige Schanzzeit (Stellungsbau) angegeben. Mitzubringen waren: Leibwäsche, derbe Kleidung und Schuhwerk, eine Decke und für drei Tage Verpflegung. In Baccum, Ramsel und Münnigbüren hatten acht Jugendliche Einberufungsbefehle erhalten, es erschienen jedoch nur fünf. Bei den Einberufungen anderer Gemeinden war es ähnlich.

Als Angehöriger des Jahrgangs 1930 musste ich auch einrücken. Ich möchte deshalb zur Vervollständigung der Ereignisse jener Zeit meine Erlebnisse schildern: Von der Führung des inzwischen aufgelösten Wehrertüchtigungslagers begleitet, marschierte unsere Gruppe, es mögen etwa 70 bis 80 Jugendliche gewesen sein, noch am selben Abend nach Freren. Für die Übernachtung
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